Oktober 2026 | Ausgabe 19

Oktober 2026 | Ausgabe 19

von Miriam Grabarits | Technische Universität Darmstadt

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zum 19. Newsletter der Coffee Lectures Geschichtsdidaktik! Wir sind zurück aus der Sommerpause und wollen Sie pünktlich zum Start des neuen Wintersemesters 2026/27 mit Hinweisen auf bevorstehende Veranstaltungen und den ein oder anderen fachlichen Tipp versorgen. Deshalb: Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich vom Newsletter inspirieren!

Was Sie in diesem Newsletter erwartet:

  • Aktuelles: Einladung zur 36. Coffee Lecture am 27. November 2026, Bericht von der Konferenz für Geschichtsdidaktik 2026, Abschlusskonferenz des Projekts Better together!, Planspielworkshop, Neuigkeiten aus dem Arbeitsgebiet 🐣
  • Kennen Sie schon?: ... historycast – den Podcast des Verbandes der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands? Diskussionen der Geschichtswissenschaft mit didaktischen Materialien aufbereitet... hören Sie doch mal rein!
  • Lektüre-Empfehlung: ... kommt mit diesem Newsletter auch direkt aus dem Arbeitsgebiet Geschichtsdidaktik und entführt in ferne Weiten mit dem Band „Karten im Geschichtsunterricht" (2026) von Detlev Mares und Wolfgang Moschek. Gehen Sie mit auf Reisen!
💡 Übrigens: Wenn Sie ab jetzt keinen Newsletter mehr verpassen wollen, schreiben Sie uns eine E-Mail und wir nehmen Sie in den E-Mail-Verteiler der Coffee Lectures Geschichtsdidaktik auf! Die Kontaktdaten finden Sie am Ende des Newsletters.
  • Einladung zur 36. Coffee Lecture am 27. November 2026 mit Martin Cremer | 16-17:30 Uhr im Schloss (Raum wird noch bekanntgegeben)

Wir freuen uns, Sie mit diesem Newsletter auch zu unserer nächsten großen Coffee Lecture Geschichtsdidaktik einladen zu können! Diese findet bereits in wenigen Wochen, am 27. November 2026, statt und steht allen Interessierten offen. Wir freuen uns, dass wir zur Lecture erneut Martin Cremer, Fachleiter im Studienseminar Darmstadt, gewinnen konnten, der Einblicke in das Referandariat gibt.

Sollten Sie sich also für den Übergang von Studium ins Referendariat interessieren und Fragen zur vermeintlich "schlimmsten Zeit" der Lehrer:innenbildung haben, kommen Sie unbedingt zur Coffee Lecture!!

Um Anmeldung wird gebeten. Bitte schreiben Sie hierzu eine knappe Mail an: miriam.grabarits@tu-darmstadt.de
Danke!

  • Bericht von der Konferenz für Geschichtsdidaktik 2026 | 30. September - 2. Oktober 2026 in Bielefeld

Die Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) ist nicht nur der zentrale Fachverband der deutschsprachigen Geschichtsdidaktiker:innen, sondern auch der Name der alle zwei Jahre stattfindenden Fachtagung, die dieses Jahr in Bielefeld tagte. Unter dem Motto „Unsichere Zeiten – Geschichtsdidaktik in der Demokratie" wurden Fragen nach der Orientierungsfunktion der Geschichte und nach der Funktion, die historisches Lernen in der Gegenwart erfüllen kann und soll, verhandelt. Damit bot sich das Potenzial, sich auch politisch deutlich(er) zu positionieren, was sich bspw. auch in der Mitgliederversammlung des Verbandes zeigte. Unter Beachtung der aktuellen politischen Lage und zurückliegender Angriffe auf einzelne Mitglieder der KGD (siehe Beitrag zur Solidarität mit Prof. Dr. Christina Brüning/Marburg im Newsletter 18) wurde hier bspw. eine Satzungsänderung veranlasst, die dem Verband zukünftig mehr Handlungsspielraum im Umgang mit verfassungs- und demokratiefeindlichen Bestrebungen ermöglichen soll.

Ansonsten standen vor allem auch geschichtskulturelle Angebote und deren (Ent-)Demokratisierungstendenzen bzw. Potenziale im Mittelpunkt (Programm). Auffällig ist, dass sich die Geschichtsdidaktik, die sich auch als Disziplin der historisch-politischen Bildung begreift, lange nicht mit ihrer demokratiebildenden Aufgabe auseinandergesetzt hat, ja, dass nicht einmal ein genaues Verständnis darüber herrscht, was darunter eigentlich genau zu verstehen ist. In Schüler:innen-Erzählungen werde Demokratie so bspw. vor allem als Defizitgeschichte deutlich, wenn sie überhaupt erzählt würde – so die Teilergebnisse einer Studie, die in der Sektion „Demokratie erzählen in unsicheren Zeiten" vorgestellt wurden. Auch der Blick auf Gedenkstättenarbeit, die zunehmend unter Druck stehe, erfolgte im Rahmen der Tagung, ebenso wie die Ausprägungen historisch-politischer Bildung in der Polizei. Spannend waren fachübergreifende Bestrebungen, die sich bspw. in einer gemeinsam mit einem Philosophiedidaktiker gestalteten Sektion äußerten, die den Aspekt der "Kontroversität" näher in den Blick nahm. Hier lohnt es sich, die eigenen Disziplingrenzen zu überschreiten und den Austausch zu suchen.

Deutlich wurde, dass sich die Disziplin stärker mit lange als selbstverständlich verstandenen Grundpositionen und -konzepten auseinandersetzen sollte, um das eigene Fach und die historische Bildung stabil in "unsicheren Zeiten" zu halten und sich somit auch gegen bspw. stark revisionistische und nationale geschichtspolitische Tendenzen, wie sie in den jüngsten Wahlprogrammen der ein oder anderen politischen Partei aufscheinen, zur Wehr zu setzen.

  • Abschlusskonferenz des Projekts Better together! | 5. November 2026 von 9:30-17:30 Uhr

In der von uns im Mai durchgeführten Coffee Lectures Geschichtsdidaktik mit dem an der TU Darmstadt angesiedelten Projekt „Better together!" wurde bereits angekündigt, dass das Projekt leider vorzeitig beendet werden würde. Grund dafür ist die vom BMBFSFJ angekündigte Umstrukturierung des bundesweiten Förderprogramms „Demokratie leben!”. Zum derart erzwungenen Projektende findet am 5. November 2026 eine (Arbeits-)Tagung statt, zu der Interessierte eingeladen sind.

Bei Rückfragen melden Sie sich gerne per Mail bei: tatjana.kasatschenko@tu-darmstadt.de. Um Anmeldung bis zum 1. November wird gebeten. Anmeldungen ebenfalls an die Mail-Adresse von Frau Kasatschenko.

  • Workshop „Mit Planspielen lehren" für Mitarbeitende der TU und Gäste | 12. November 2026 von 9:30-16:30 Uhr

In vergangenen Newslettern haben wir bereits immer einmal wieder auf den Einsatz von Planspielen im Geschichtsunterricht verwiesen und eigene Aktivitäten des Arbeitsgebiets vorgestellt. Vielleicht haben Sie inzwischen selbst Interesse, ein Planspiel in der Lehre einzusetzen?
Wir möchten Sie hierzu auf einen Workshop aufmerksam machen, der Sie dabei unterstützt, passende Planspiele nach Lernzielen auszuwählen und deren gezielten Einsatz vorzubereiten. Der Workshop richtet sich an Mitarbeitende der TU Darmstadt sowie an Gäste und kann über das Skills-Portal der TU Darmstadt gebucht werden (Teilnahmebedingungen).

  • Neuigkeiten aus dem Arbeitsgebiet 🐣

Und zuletzt hat das Arbeitsgebiet noch eine Ankündigung zu machen, denn: Es gibt (bald) Nachwuchs! Miriam Grabarits wird noch bis Ende des Jahres im Arbeitsgebiet Geschichtsdidaktik aktiv sein und danach in den Mutterschutz bzw. die anschließende Elternzeit wechseln. Für das Arbeitsgebiet wird es eine Vertretung geben (wir haben schon eine Idee, wer das übernimmt, dürfen aber noch nichts verraten!) und damit vielleicht auch für den Newsletter – wie es weitergeht, muss in den nächsten Wochen und Monaten noch geklärt werden aber wir halten Sie auf dem Laufenden!

💡Kennen Sie jemanden, der/die unbedingt einmal in einer unserer Lectures vorbeikommen sollte? Wissen Sie, was in Darmstadt so los ist? Schreiben Sie uns! Wir haben für Ihre Vorschläge weiterhin ein offenes Ohr!

... historycast – den Podcast des Verbandes der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e. V.? Dabei handelt es sich nicht nur um einen reinen Podcast, sondern eine regelrechte Plattform, die zahlreiche Zusatzmaterialien anbietet, vom kompletten Folgentranskript bis zum eigens ausgearbeiteten didaktischen Unterrichtsmaterial. Die beiden Hosts, Dr. Almut Finck und Dr. Heiner Wember, erfahrene Autor:innen des renommierten WDR-Geschichtsformats „ZeitZeichen", interviewen bekannte (Geschichts-)Wissenschaftler:innen zu aktuellen Themen und Projekten. Das Besondere daran: Die gewählten Themen sind nicht beliebig gewählt – sie spiegeln zentrale Fragen unserer Zeit wider UND bilden die Schulcurricula ab. So verbindet der Podcast akademische Tiefe mit didaktischer Relevanz.

Titelbild des historycast |
Bild-URL: https://images.podigee-cdn.net/1400x,sTLOfh37HQsQpg2P6gVtXoHm4nUcohrKOYb3MeFLAuis=/https://main.podigee-cdn.net/uploads/u35868/d9e29af8-92f9-4c33-a4df-a9b1e6f338f3.jpg

Ein Blick in die aktuellen Folgen zeigt die thematische Spannbreite: Von Thomas Manns BBC-Reden aus dem Exil und ihrem Einfluss auf den Aufbau des Nachkriegsrundfunks, über die Migrationsgeschichte im Ruhrgebiet („Migration gehört seit 150 Jahren zum Alltag"), bis hin zu Deutschlands Blick auf Amerikas Demokratieversprechen 1776. Jede Episode beleuchtet historische Prozesse, deren Wirkung bis heute spürbar ist, häufig mit dem Fokus auf Demokratiegeschichte.

Die bisherigen Staffeln des Podcast im Überblick:

  • Staffel 1: Wurzeln und Wege der Demokratie
  • Staffel 2: Zauber, Kult, Verschwörungsdenken: (Un-)Vernunft in Demokratie und Geschichte
  • Staffel 3: Judentum in der Geschichte: Zwischen Integration und Antisemitismus
  • Staffel 4: Demokratie und Migration. Wege und Stationen in der deutschen Geschichte
  • Staffel 5: Über Grenzen. Transnationale Orte und Momente der Demokratiegeschichte

Weg zu den Materialien: Zu allen Podcasts der bisher 5 Staffeln wurden Unterrichtsmaterialien entwickelt. Diese stehen Ihnen hier kostenfrei zu Verfügung: www.historycast.de.

Das Projekt wird durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (1. und 2. Staffel), das Ministerium des Inneren (3. Staffel) und die Stiftung Orte der Demokratiegeschichte (4. Staffel) gefördert.

💡Sie kennen sich bestens im digitalen Geschichtsunterricht aus und haben ein Tool, das Ihre Unterrichtspraxis verbessert? Sie haben einen Geheimtipp zu digitalen Quellensammlungen und Co.? Dann schreiben Sie uns! Wir probieren gern Neues aus und könnten Ihr Wissen über den Verteiler auch an Kolleg:innen und Kommiliton:innen weitergeben! 

Wichtig: Wir stellen hier im Newsletter verschiedene Plattformen, Tools und Apps vor, tun dies aber unentgeltlich und stehen in keiner Form in Kontakt zu den anbietenden Unternehmen oder Entwickler:innen!

Vielleicht haben Sie sich in der Sommerpause ja auch in fernen Ländern bewegt, unterstützt durch die ein oder andere (digitale) Karte? Im Geschichtsunterricht nehmen historische Karten nach wie vor eine wichtige Rolle ein, auch wenn der Umgang mit dieser herausfordernden Quellengattung erst gelernt werden will, gehört doch zur Arbeit mit diesen nicht nur das Nachvollziehen des Abgebildeten, sondern auch dessen Interpretation im jeweiligen historischen Kontext. Außerdem muss erst ein Verständnis der geringen Verfügbarkeit und dem damit verbundenen hohen Wert dieser Materialien vermittelt werden, war doch der Zugriff auf Karten begrenzt, im Gegensatz zur heutigen Selbstverständlichkeit, mit der wir per Smartphone, Smartwatch und Co. durch den Alltag navigieren. Das jüngst im Wochenschau Verlag erschienene A4-formatige Heft „Karten im Geschichtsunterricht. Problemorientierte Perspektiven auf historische Karten" (2026) von Detlev Mares und Wolfgang Moschek bietet hier Anregungen zur Integration der Kartenarbeit in den Geschichtsunterricht.

Screenshot Titel "Karten im Geschichtsunterricht" (2026) |
Bild-URL: https://www.wochenschau-verlag.de/media/94/94/00/1784106324/9783734417979.jpg

Besonders hilfreich ist dabei, dass das Autorengespann nicht nur prägnante Informationen zu den insgesamt acht ausgewählten Karten entlang der Kategorien: Technische Daten, Kontext der Kartenentstehung, Inhaltliche Kontexte und Weiterführende Informationen (Literaturhinweise) gibt, sondern zugleich problemorientiert angelegte Begleitmaterialien, inklusive Arbeitsaufträge, zur Interpretation des Materials mitliefert.

Im Band kombiniert finden sich Karten aus der Zeit der Antike bis zur Neuzeit. So kann sowohl die Tabula Peutingeriana (3./4. Jhd. n. Chr.) oder die bekannte Ebstorfer Weltkarte (13. Jhd.), die sich auch auf dem Titel des Bandes findet, als auch die Ukraine während des 2. Weltkrieges aus der Perspektive Russlands (1943), behandelt werden. Karten werden hier sicht- und deutbar als Ausdruck vormoderner Weltbilder, Dokumente einer Wissensgeschichte oder Instrumente politischer Propaganda sowie Militärgeschichte. Darüber hinaus eignen sich manche Karten auch für den bilingualen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II. Dieses Spektrum tröstet dann auch etwas darüber hinweg, dass das Titelblatt die einzige farbige und generell vorhandene Abbildung einer historischen Karte zeigt, da im Gesamtband hier lediglich auf Links und QR-Codes zurückgegriffen wird. Im Hinblick auf das nötige „Level an Detailgenauigkeit [...] zur angemessenen Bearbeitung" ist diese Entscheidung allerdings nachvollziehbar. Über die digitalen Verweise kann somit auf plattformunabhängige und skalierbare Darstellungen der Karten zurückgegriffen werden.

Daher: Vielleicht bietet der Band Anregungen, bald einmal wieder eine historische Karte in das Zentrum einer Geschichtsstunde zu stellen. Schauen Sie doch mal rein!

💡 Verschaffen Sie sich doch selbst einen Eindruck von „Karten im Geschichtsunterricht" (2026) und lassen Sie uns wissen, was Ihnen aufgefallen ist oder wo Sie Fragen haben!

Damit kommen wir zum Ende unseres 19. Newsletters der Coffee Lectures Geschichtsdidaktik. Wir hoffen, Sie konnten ein paar wertvolle Impulse für Ihre Arbeit oder Ihr Studium mitnehmen und freuen uns, Sie auch zur nächsten Ausgabe als Leser:in begrüßen zu dürfen! Bei Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung. Nutzen Sie gern die untenstehenden Kontaktdaten, um sich mit uns in Verbindung zu setzen. 

Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Team der Coffee Lectures Geschichtsdidaktik! 

Sie haben noch Fragen oder Anregungen? Setzen Sie sich gern mit uns in Kontakt! 

Ansprechpartnerin: Miriam Grabarits 
E-Mail: miriam.grabarits@tu-darmstadt.de 

Besuchen Sie uns auch auf unserer Webseite: 
Webseite des Arbeitsgebiets Geschichtsdidaktik: https://kurzelinks.de/iawy 

Folgen Sie uns auf: 
Twitter/X: @MachtGeschichte und @MuedeDenker 
Facebook: Institut für Geschichte der TU Darmstadt 
Instagram: MachtGeschichte 
Tiktok: @institutgeschichtetuda

💡 Sie haben die bisherigen Newsletter verpasst? Hier gehts lang!:
Juni 2023 Ausgabe 1
August 2023 Ausgabe 2
Oktober 2023 Ausgabe 3
Dezember 2023 Ausgabe 4
Februar 2024 Ausgabe 5
Juni 2024 Ausgabe 6
August 2024 Ausgabe 7
Oktober 2024 Ausgabe 8
Dezember 2024 Ausgabe 9
Februar 2025 Ausgabe 10
April 2025 Ausgabe 11
Juni 2025 Ausgabe 12
August 2025 Ausgabe 13
Oktober 2025 Ausgabe 14
Dezember 2025 Ausgabe 15
Februar/März 2026 Ausgabe 16
April 2026 Ausgabe 17
Juni 2026 Ausgabe 18

Report Page