Weltanschauliche Erzählungen – Sammlung 3

Weltanschauliche Erzählungen – Sammlung 3

DUR – Denn ohne DUR ist alles MOLL

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Wie kann ich nahestehenden Menschen helfen, ohne Konflikte zu schüren?
  3. Denktypen: Wie man die Grenzen des Möglichen ausweitet
  4. Grundlegende Begriffe und die Grenzen des Möglichen
  5. „My world, my rules“ – ein Fehler
  6. Die 6 Ebenen des Selbstschutzes
  7. Willensfreiheit und Entscheidungsfreiheit – Was ist der Unterschied?
  8. Wie wir den Faschismus besiegen
  9. Die Folgen eines Spiels auf Zeit


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Vorwort

Diese weltanschaulichen Geschichten wurden aus dem Russischen ins Deutsche vom Team des Telegramkanals „DUR – Deutschland und Russland“ übersetzt. Die Autorenschaft obliegt dem Autorenkollektiv Na'um Matrin (Наум Матрин).

Besonders gut eignen sich diese Erzählungen als Einsteigerlektüre für jene, die sich für die Themen Steuerung und Konzeption gesellschaftlicher Sicherheit interessieren: Sie sind relativ kurz, einfach zu lesen und zu verstehen. Auch als Diskussionsmaterial oder Vorlesestoff für Kinder können sie dienen. Letztere sind sogar äußerst wünschenswerte Umstände.

Sowohl die Autoren als auch wir, die Übersetzer, freuen uns, wenn diese Geschichten maximale Verbreitung finden. Das ist uns lieber als eine irgendwie geartete Bezahlung, denn es gibt unserem Tun einen gesellschaftlichen Sinn und Nutzen. Nichts könnte uns eine größere Freude sein, als die Gesellschaft zu einer besseren zu machen.

Und nun, lieber Leser, wünschen wir Dir viel Freude beim Lesen.

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Wie kann ich nahestehenden Menschen helfen, ohne Konflikte zu schüren?

↗️ Russischer Originaltext

Mein Freund Nikolai wandte sich an mich mit einem Problem. Seine Schwester hat sich scheiden lassen und war nun allein mit zwei Kindern. Nikolai gefiel nicht, wie sie ihre Kinder erzog, und die Moralpredigten, die er ihr bereits seit einem Jahr hielt, halfen nicht.

Einmal habe ich eine zeitlang bei ihnen gewohnt. Zu dieser Zeit kam Nikolais Schwester zu Besuch. Morgens ging ich mit ihren Kindern laufen und erzählte ihnen, wie das Leben funktioniert. Wir gossen zusammen den Gemüsegarten, gingen angeln und saßen am Feuer. Es gelang mir, sowohl mit der Schwester als auch mit meinem Freund unter vier Augen zu sprechen. Nach diesen Gesprächen zeichnete sich das Gesamtbild klarer ab.

Nach meiner Reise gab ich meinem Freund den folgenden Rat. Ich holte weit aus und sagte ihm, dass wenn er seiner Schwester Moralpredigten hielte, diese ein starkes Argument vorbrachte: „Erziehe du erstmal eigene Kinder, dann sprechen wir nochmal“. Der springende Punkt ist folgender: Die Schwester hatte eine schwere Last zu schultern – die Verantwortung für ihre Kinder. Mein Freund hat grundsätzlich richtige Dinge vorgebracht und die Wahrheit war auf seiner Seite. Jedoch bedeutete für die Schwester die Annahme dieser Wahrheit, noch mehr Verantwortung auf sich zu nehmen. Sie hätte nicht nur Verantwortung für die Kinder, sondern auch für die notwendigen Änderungen in der Lebensweise übernehmen müssen. Der Satz „Erziehe du erstmal eigene Kinder“ war möglicherweise einerseits ein Ausdruck von gewissem Stolz und der Funktionsweise des „Immerhin bin ich die Mutter“-Programms; aber es könnte sich auch um einen gewissen Test der Schwester gehandelt haben, ob mein Freund bereit ist, wenigstens einen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Entweder war er selbst nicht bereit dazu oder die Schwester hat seine Bereitschaft nicht gesehen, weshalb keinerlei Beteuerungen etwas bewirkten. 


Hier erinnerte ich mich an die Geschichte eines meiner anderen Freunde – Dimitrij –, dem eine ähnliche Geschichte widerfahren ist, allerdings mit seiner Mutter und Großmutter. Seine Mutter nahm seine Großmutter bei sich zu Hause auf, als diese schon fast 90 Jahre alt war. Der Großmutter ging es mit der Mutter (ihrer Tochter) viel besser als allein. Allerdings gefiel Dimitrij nicht, wie sich die Mutter um die Großmutter kümmerte – er sah, wie sich die Gesundheit der Großmutter von Tag zu Tag verschlechterte. Hinzu kam, dass die Großmutter eine altersbedingte Demenz entwickelte. Und bei einem erneuten klärenden Gespräch sagte seine Mutter zu ihm: „Warum nimmst du die Großmutter nicht mit zu dir?“ Er konnte sie nicht bei sich aufnehmen, seine Mutter war Rentnerin und somit war es für sie wesentlich einfacher, die Großmutter bei sich zu haben. Allerdings ging er damals folgendermaßen vor: Als seine Eltern einmal auf eine Kreuzfahrt fuhren, verschob er sämtliche Termine und nahm seine Großmutter für 2 Wochen bei sich auf. Er pflegte sie nach seiner eigenen Methodik. Sie fasteten zusammen, manchmal mehrere Tage. Sie ernährten sich ausschließlich von entschlackenden und gesunden Nahrungsmitteln. Sie machten zusammen Sportübungen. Er lernte sie, Geld zu zählen. Leider verfügte sie über wenig bis gar keine Bildung und da sie seit vielen Jahren nicht mehr mit Geld in Berührung gekommen war, hatte sie viele Dinge vergessen.

Als Dimitrijs Eltern zurückkehrten, war er mit seinem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Jedoch bemerkte sein Vater, dass die Großmutter sehr gut aussah. Bei der Mutter hinterließen die Worte des Vaters einen tiefen Eindruck. Ab diesem Zeitpunkt hörte sie auf Dimitrij. Darüber hinaus nahm ihr seine Methode Arbeit ab. Sie fingen an, mit der Großmutter wöchentlich ein paar Tage zu fasten und an diesen Tagen musste sie kein Essen vorbereiten. Das Essen bestand zunehmend mehr aus frischem Gemüse, das man lediglich schneiden oder reiben musste, wofür Dimitri seiner Mutter ein zusätzliches Gerät kaufte, das ihr die Arbeit erheblich erleichterte. Und selbst das Üben einfacher mathematischer Dinge wirkte sich positiv auf die geistige Verfassung der Großmutter aus.


Das Beispiel von Dimitrij zeigte, dass seine Mutter, als sie zu ihm sagte „Nimm doch die Großmutter zu dir“ eigentlich überprüfen wollte, inwieweit Dimitrij bereit ist, ihre Last der Verantwortung zu teilen. Er hat am eigenen Beispiel gezeigt, dass er zumindest teilweise diese Last tragen kann und demonstrierte das Funktionieren seiner Methoden in der Praxis. Die Veränderungen erforderten dabei sogar weniger Anstrengungen im Alltag, verglichen mit den Maßnahmen, die die Mutter zuvor unternahm. Nachdem jemand mit gutem Beispiel vorangegangen ist und gezeigt hat, dass man mit geringem Aufwand ein Ergebnis erzielen kann, wird es um Einiges leichter eine neue Lebensweise anzunehmen.

Ich persönlich machte damals meine Freunde Dimitrij und Nikolai miteinander bekannt. Sie hatten sich was zu erzählen. Dimitrij riet Nikolai dazu, die vollständige Verantwortung für ihre Kinder für wenigstens 2 Wochen in den Sommerferien zu übernehmen. Er sollte alles, was er als richtig erachte, praktisch anwenden, die Verantwortung für die Veränderungen auf sich nehmen und der Schwester zeigen, dass er richtig lag. Ich gab Nikolai noch den Rat, etwas behutsamer und nicht so kategorisch zu sein. Seine Schwester nahm harte Kritik nur sehr schlecht an. Sie hielt das lediglich für einen kurzfristigen Ausbruch von Nikolais Charakter, den sie einfach abwarten und auf eine bessere Stimmung seinerseits warten musste.


Es kann eine Situation entstehen, in der ein nahestehender Mensch nicht bereit ist, einen Teil der Verantwortung abzugeben. Dann ist es notwendig, die Autorität der eigenen Meinung in seinen Augen schrittweise zu erhöhen. Oft bedeutet dies, ihm zu helfen und ihn zu unterstützen, selbst wenn er Dinge tut, die ihm schaden. Wenn er sieht, dass man aufrichtig versucht, ihm zu helfen, wird Deine Meinung für ihn an Gewicht gewinnen, und dann wird es auch möglich sein, seine Handlungen allmählich in eine konstruktive Richtung zu lenken. Um eine schädliche Idee zu diskreditieren, ist es manchmal notwendig, sie ad absurdum zu führen oder sie sich voll entfalten zu lassen.

Ferner ist es notwendig, die Rolle und das Zusammenwirken von Männlichem und Weiblichem zu erwähnen. Wenn das Männliche auf Veränderung ausgerichtet ist, dann ist das Weibliche auf Erhaltung ausgerichtet. Wenn es neben einer Frau keinen Mann gibt, der die Verantwortung für Veränderungen übernehmen würde, dann zieht es eine Frau vor, der Gesellschaft zu vertrauen und es "wie alle anderen" zu machen. Dieses Programm ist durchaus verständlich, führt aber unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft zur Degradierung. Das Männliche ist ohne das Weibliche oft zu sehr in den Wolken und im Theoretischen verhaftet. Nur in der gemeinsamen aufrichtigen Interaktion von Männlichkeit und Weiblichkeit entsteht etwas wirklich Ganzes und Richtiges.


Es ist manchmal gar nicht so einfach, die schlechten Angewohnheiten derer zu ändern, die uns nahestehen. Zu diesem Zweck reicht es jedoch in der Regel nicht aus, nur auf sie hinzuweisen und ihnen zu sagen, wie sie sich richtig verhalten sollen. Viel effektiver ist es, unseren Nächsten aufrichtig zu helfen. Die ohnehin schon große Last der Verantwortung mit ihnen zu teilen. Ich bin mir sicher, dass solche Aktionen definitiv, wenn auch nicht beim ersten Mal, zu positiven Veränderungen führen werden.

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Denktypen: Wie man die Grenzen des Möglichen ausweitet

↗️ Russischer Originaltext

Das menschliche Bewusstsein verfügt über sehr begrenzte Parameter zur Verarbeitung des eingehenden Informationsflusses. Im Echtzeitmodus ist eine Person in der Lage, nicht mehr als 7-9 Prozesse gleichzeitig zu überwachen. Die Gesamtgeschwindigkeit der Informationsverarbeitung ist auf 15 Bit pro Sekunde begrenzt. Dies lässt sich leicht überprüfen, wenn man bei der Wiedergabe eines Videos die Bildrate ändert: Bei bis zu 15 Bildern pro Sekunde sieht der Mensch wechselnde Bilder, nach 15 Bildern beobachtet er eine kontinuierliche Bewegung. Wie wirkt sich diese Eigenschaft unseres Bewusstseins aus und wie können wir sie bei der Organisation unserer Handlungen berücksichtigen?

Die Besonderheit der menschlichen Wahrnehmung der Welt führt dazu, dass der Mensch sich angewöhnt, alle seine täglichen Handlungen in unterschiedlich lange Zeitabschnitte zu unterteilen. Dies ist oft gerechtfertigt, da es hilft, den eigenen Lebensplan klar zu strukturieren. Im übertragenen Sinne kann man sich das so vorstellen, dass man bestimmte statische Bilder aus einem fortlaufenden Film verarbeitet. In diesem Fall operiert das Denken einer Person mit konkreten Zuständen im fortlaufenden Fluss des Lebens. Dieser Ansatz schränkt jedoch das Weltbild ein und erlaubt es nicht, die allgemeine Richtung der Bewegung angemessen zu beurteilen.

Ein aus dem Leben gegriffenes Beispiel für diese Denkweise ist der Versuch, Geld für den Kauf eines Hauses zu sparen. Oft zögern die Menschen, überhaupt mit dem Sparen anzufangen, weil das Ziel unerreichbar scheint - in jedem einzelnen Fall scheint es unmöglich, weil der benötigte Geldbetrag und die benötigte Zeit zu gewaltig sind.

Alles in der Welt ist immer durch Ursache und Wirkung miteinander verbunden, weshalb uns das prozesshafte Denken ein ganzheitlicheres Verständnis des Lebens ermöglicht. Bei dieser Art des Denkens betrachtet der Mensch nicht bestimmte Bilder in bestimmten Zeitintervallen, sondern versucht, den gesamten Prozess als Film, als Ganzes zu erfassen. Dieser Ansatz erweitert den Planungshorizont dramatisch, denn er erlaubt es, die Richtung der Lebensprozesse für viele Jahre im Voraus zu prognostizieren. Denn die Hauptsache ist nicht der Zustand, in dem wir uns befinden, sondern die Richtung, in die wir gehen.

Wenn wir unser Beispiel mit dem Haus hernehmen, dann kann ein Mensch, der ein konkretes Ziel hat, seine Ausgaben und Ersparnisse bewusst planen und sie über die Zeit verteilen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Und selbst wenn auf dem Weg dorthin unvorhergesehene Umstände eintreten, wird er sein Ziel nicht aufgeben, sondern einfach den Sparplan ändern. Wenn man in Zuständen denkt, würde jeder unvorhergesehene Umstand den Menschen vom Weg des Sparens für sein Traumhaus abbringen. Nur mit der richtigen Denkweise ist es möglich, die Ressourcen zwischen den verschiedenen Prozessen richtig zu verteilen, um bestimmte Ziele auf optimale Weise zu erreichen.

Prozesshaftes Denken ist am effektivsten, wenn es auf einem realistischen Bild der Welt beruht. Es kann nicht ausschließlich auf starren Elementen - Zuständen (Daten) - beruhen, sondern sollte in erster Linie Prozesse (Algorithmen) in ihrer größten gegenseitigen Verknüpfung beschreiben. Alle Ereignisse im Leben können als informationsalgorithmisches System gesteuert werden. Bei einem solchen Ansatz haben Zufälle keinen Platz. Jede Zufälligkeit ist eine Regelmäßigkeit (Algorithmus), die der Mensch noch nicht erkannt hat.

Prozesshaftes Denken ermöglicht es unserem Bewusstsein, jeden eingehenden Informationsfluss aus einer Vielzahl von Lebensereignissen problemlos zu verarbeiten. Es erlaubt uns, die Anzahl der Fehler drastisch zu reduzieren und die bestmögliche Qualität beim Erreichen unserer Ziele zu gewährleisten. Zudem ermöglicht es jedem, Dinge zu tun, die zuvor unmöglich erschienen.

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Grundlegende Begriffe und die Grenzen des Möglichen

↗️ Russischer Originaltext

Schon als Kind habe ich Mathe geliebt. Ich habe gerne komplexe Aufgaben und Rätsel gelöst. Eines meiner Lieblingsbücher aus meiner Kindheit war eine Anleitung zum Ausschneiden von Papiermodellen. Häuser und Autos, Traktoren und Züge, Flugzeuge und Hubschrauber - all diese Dinge wurden auf eine nachvollziehbare und verständliche Art und Weise beschrieben. Und das Wichtigste war, dass es sehr einfach war, sie aus Pappe und Papier herzustellen. Alles basierte auf der Geometrie - der Mathematik des Raums. All das trainiert sehr gut das räumliche Vorstellungsvermögen, was mir in meinem Leben sehr gelegen kam. Nicht umsonst sagte Lomonossow: "Mathematik sollte man schon deshalb lernen, weil sie den Geist ordnet".

Noch mehr hat mich aber die höhere Mathematik beeindruckt. Als ich diese studierte, überraschte mich vor allem ihre Strenge und die klare Struktur. Alles folgte sauber aufeinander und wenn man alle Gesetzmäßigkeiten begriffen hatte, musste man praktisch nichts auswendig lernen, sondern konnte alle Theoreme einfach wieder herleiten. Integrale und Ableitungen, Grenzwerte und Abfolgen, Lemmata und Theoreme, all das erschien einfach und verständlich, wenn man die ganze Argumentationskette ausgehend von einfachen Zahlen und Funktionen erkennen konnte.

So fand ich an einem gemütlichen warmen Abend in meiner Datscha ein etwas ramponiertes Buch über die Mathematische Analyse im Regal, begann darin zu blättern und erinnerte mich an das, was ich einst studiert hatte. Mit großer Freude erinnerte ich mich an Theoreme und Beweise, Definitionen und Thesen, Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten. Allerdings blieb mein Blick an einem Paragraphen hängen, in dem die Definition einer Funktion angegeben war. Mir fiel auf, dass unten in einer Fußnote kleingedruckt ein Kommentar zu dieser Definition stand. Dort hieß es, dass der Begriff "Funktion" und der Begriff "Zahl" zu den sogenannten Grundbegriffen gehören und es unmöglich ist, sie vollständig zu definieren, ohne sie oder ähnliche Begriffe wie beispielsweise Daten, Algorithmus, Programm usw. zu verwenden. (W. A. Iljin, E. G. Posnjak „Grundlagen der mathematischen Analyse. In zwei Teilen“, Kapitel 1, Paragraph 1). Seltsam, dachte ich. Wie kann es sein, dass die kompliziertesten Theoreme in dem Lehrbuch bewiesen wurden und eine so einfache Sache wie die Definition der einfachsten Begriffe "Zahl" und "Funktion" unmöglich war. Das Interessanteste stand im Kleingedruckten. Früher war mir diese Tatsache entgangen, obwohl ich das Lehrbuch vor der Prüfung mehrere Male sorgfältig gelesen hatte.

Ich erinnerte mich an ein interessantes Theorem, das zu diesem Fall passte. Man nennt es das Gödelsche Theorem. In vereinfachter Form lautet er folgendermaßen: Jedes formal-logische System wird immer Aussagen enthalten, die innerhalb dieses Systems nicht bewiesen oder definiert werden können. 

Worauf will ich hinaus? Woher kommen diese unbeweisbaren Aussagen? Das ist sehr einfach zu erklären. Wenn wir zum Beispiel ein einsprachiges Wörterbuch für Russisch oder eine andere Sprache zusammenstellen wollen, müssen wir alle Begriffe bzw. Wörter der Sprache definieren. Es wird uns jedoch nicht gelingen, absolut alle Wörter zu definieren. Entweder bleiben sogenannte grundlegende Wörter und Begriffe übrig, mit denen alle anderen definiert werden, oder es werden Zyklen gebildet, bei denen das zweite Wort durch das erste, das dritte durch das zweite und das dritte wiederum durch das erste definiert wird. Im zweiten Fall bildet sich ein geschlossener Kreis von Definitionen, wodurch lediglich symbolisiert wird, dass jeder Begriff im Zyklus der Grundbegriff sein kann, über den alle anderen definiert werden können. Wenn in der Logik eine Sache immer aus einer anderen folgt, dann gibt es zwangsläufig einen Grundbegriff, aus dem alle anderen resultieren.

Als ich über dieses Thema nachdachte, wurde mir klar, dass es notwendig ist, sich mit einer Sache näher zu befassen. Wenn man immer die formale Logik verwendet, muss man zunächst einmal verstehen, worauf sie beruht und was ihr zugrunde liegt. Außerdem werden die grundlegenden Definitionen unser gesamtes Denken bestimmen. Und wenn diese grundlegenden Definitionen fehlerhaft sind, dann kann auch jede weitere Schlussfolgerung, die auf den falschen Voraussetzungen beruht, fehlerhaft sein. Wie wählt man also die richtigen Grundbegriffe? Sind nicht mathematische Modelle die Grundlage für unser Denken?

Die Grundlage allen Denkens sollten Modelle sein, die Ereignisse frühzeitig vorhersagen können. Aber welche Modelle gibt es denn, außer mathematischen Modellen? Mathematische und softwaregesteuerte Modelle werden heute verwendet, um Erdbeben und Überschwemmungen, galaktische und klimatische Kollisionen, chemische und biologische Prozesse zu simulieren. Alles, was man sich vorstellen kann, kann entweder in der Sprache der Mathematik oder in Bildern dargestellt werden. Anders ausgedrückt können wir sagen, dass jedes System als ein informationsalgorithmisches System dargestellt werden kann. Dabei entsprechen die Informationen und Algorithmen den Zahlen und Funktionen, sodass sie ebenfalls in der Sprache der Mathematik beschrieben werden können. Jedes mathematische Modell kann seinen eigenen Raum und seine eigene Zeit, seine eigene Materie und eigene Gesetze, seine eigenen Energiequellen und Wechselwirkungen haben. Wenn jedoch selbst die komplexesten Phänomene mit Hilfe von Algorithmen und Daten beschrieben werden können, sollten diese dann nicht die Grundlage unseres Denkens bilden? Aber das ist nicht der springende Punkt, sondern die Frage, wie effektiv ein Mensch sein kann, der sich auf die richtigen Grundbegriffe stützt.

Dabei fällt im Übrigen eine interessante Begebenheit ein. Ich habe einmal den Computer eines Freundes eingerichtet. Er war diesem Thema so fern, dass er äußerst überrascht war, dass ich in ein paar Zeilen ein einfaches Programm geschrieben hatte, das die Sicherung seiner wichtigen Daten automatisierte. Nachdem ich mit ihm gesprochen hatte, wurde mir klar, dass er davon überzeugt war, dass ein Computer aus einer Maus, einer Tastatur, einem Monitor und einer Systemeinheit besteht. Er hatte nur eine vage Vorstellung davon, wie man in einem Computer überhaupt etwas verändern oder gar neue Programme schreiben konnte. Ein echter Fachmann hingegen weiß, dass das Wesentliche eines Computers immer ein informationsalgorithmisches System ist. Informationen sind Daten, Algorithmen sind Programme, und das ausführende System ist der Prozessor. Wenn wir in Algorithmen und Informationen denken, ist der Computer kein festes, unveränderliches materielles Objekt, sondern ein flexibles Informationsobjekt.

Wie unterschiedlich die Grenzen des Möglichen für Menschen mit unterschiedlichen Grundbegriffen mitunter sein können. Wenn jemand anhand falscher Grundbegriffe denkt, dass etwas nicht machbar ist, ist jemand anderes, der die richtigeren Begriffe verwendet, in der Lage, es umsetzen. Wie wichtig ist es doch, die richtigen grundlegenden Begriffe zu wählen, die uns ein fester Halt auf unserem Lebensweg sein werden. 

Es ist wichtig, dass die Grundbegriffe das Schaffen des Menschen nicht behindern, sondern im Gegenteil – ihm dabei helfen, das Wesentliche eines jeden Phänomens zu verstehen.

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„My world, my rules“ – ein Fehler

↗️ Russischer Originaltext

Auf den ersten Blick sind alle Menschen um uns herum gleich - sie haben alle zwei Arme, zwei Beine, einen Kopf und so weiter. Aber jeder Versuch, in einer gesellschaftlichen Vereinigung zusammenzuarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, bringt sofort den radikalen Unterschied in den inneren Weltbildern der Menschen zum Vorschein, mit deren Hilfe sie ihre persönliche Art mit der Umwelt und anderen Menschen umzugehen gestalten. Der Unterschied zwischen den Weltbildern zweier äußerlich identischer Menschen ist manchmal so groß, dass man den Eindruck hat, sie kämen von zwei unterschiedlichen Planeten.

Da die Verschiedenartigkeit aller Menschen voneinander gegeben ist und wir im Idealfall alle effektiv zusammenarbeiten möchten, um gemeinsam erfolgreiche, große und glänzende Taten zu vollbringen, müssen wir alle unsere inneren Weltbilder akribisch von Hand überprüfen. Wir versuchen, auf diesen Bildern gemeinsame, übereinstimmende Silhouetten und Konturen, Striche und Farben zu finden, die es uns ermöglichen, uns gegenseitig zu vergleichen und gemeinsame Schritte zu koordinieren, um sie in einem gemeinsamen Impuls erfolgreich zu vollenden. Manche Menschen sind bereit, ihre eigenen Bilder zu vervollständigen, und die Menschen, die am meisten nach Wahrheit suchen und am aufrichtigsten sind, sind sogar bereit, sie neu zu malen.

Und gerade im Prozess des Vergleichens kommen manchmal sehr interessante Umstände zum Vorschein. Um die Weltbilder in Einklang zu bringen, müssen sich alle Beteiligten darauf einigen, dass die Welt, deren Bild wir alle in unseren Köpfen haben, für uns alle dieselbe ist. Aber das ist leider nicht immer der Fall. Manche Menschen, die einander nahe stehen, leben in ihren Köpfen in völlig unterschiedlichen Welten, und das ist normal für sie.

„My world, my rules“ – „Meine Welt, meine Regeln“ ist einer der Glaubenssätze, den die heutige Kultur nährt und der viele Anhänger hat. Oft praktizieren die Menschen dieses Prinzip sogar unbewusst. Auf den städtischen Straßen begegnet man diesem Standpunkt oft in einer leicht abgewandelten Version von „My life, my rules“ – „Mein Leben, meine Regeln“. Äußerlich mag es sich von der ersten Version unterscheiden, aber im Kern ist es dasselbe.

Man kann sich vorstellen, was passieren würde, wenn zwei Menschen mit unterschiedlichen Welten in ihren Köpfen zusammenkämen, um eine Sache zu erledigen. Nicht mit unterschiedlichen Weltbildern, sondern mit unterschiedlichen Welten(!). Im besten Fall endet es in einem völligen Missverständnis des anderen, und das ist normalerweise auch das häufigste Ergebnis. Die Unfähigkeit, miteinander zu interagieren, sich zu einigen, ist ein Zeichen dafür, dass die Menschen unterschiedliche Welten in ihren Köpfen haben.

Menschen, die objektiv die Existenz einer einzigen Welt anerkennen, in der wir alle leben, werden immer in der Lage sein, im Dialog mit anderen Menschen die Faktoren des Lebens zu identifizieren, die für die gegenwärtige Realität am relevantesten sind. Sie werden in der Lage sein, diese in ihrem Weltbild zu berücksichtigen, und sie werden noch ganzheitlicher und bewusster mit der sie umgebenden Realität umgehen. Es wird für sie nie zur Katastrophe werden, alte Ansichten zu revidieren, ihre eigenen Fehler und Ungerechtigkeiten einzugestehen. Sie wissen, dass die Regeln der Welt für alle gleich sind und für alle Menschen gleichermaßen gelten, unabhängig von den Wünschen des Einzelnen.

Die Wahrheit des Lebens ist, dass wir alle nicht aus dem Nichts gekommen sind, sondern auf unserem Heimatplaneten leben, in unserem geliebten Land und in der für uns besten Region. Hier ist unser Zuhause und das ist eine Tatsache, die wir beachten müssen. Eine andere Sache ist, dass wir hier alle gemeinsam eine möglichst gerechte, wohlhabende Gesellschaft aufbauen müssen, die auf Freundlichkeit, gegenseitigem Respekt und dem Streben nach Wahrheit beruht. Das wird uns nur gelingen, wenn wir in einer gemeinsamen Welt bleiben und gemeinsam ein Bild unserer bestmöglichen Zukunft zeichnen.

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Die 6 Ebenen des Selbstschutzes

↗️ Russischer Originaltext

Vor kurzem rief mich ein alter Freund an und fragte, ob ich ihm beim Einscannen von Fotos helfen könnte. Ich sagte zu. Als er seine Fotos mitbrachte, stellte sich heraus, dass er sie für eine Bekannte aus dem örtlichen Heimatmuseum brauchte, da einige seiner Vorfahren Kosaken waren und sie sich für diese Zeit interessierte. Während wir die Fotos scannten, erinnerte sich mein Freund an seinen Großvater, einen Frontsoldaten, der den Großen Vaterländischen Krieg erlebt und überlebt hatte. Dabei kamen ihm seine Worte in den Sinn: "Wir werden alles überleben, wenn es nur keinen Krieg gibt". Sein Großvater starb nur knapp ein Jahr vor dem Zusammenbruch seines Heimatlandes – der UdSSR. Vielleicht war es gut, dass er ihn nicht überlebte. Denn wenn wir die Statistiken anschauen, sehen wir, dass die demografischen und wirtschaftlichen Verluste in den 40er und 90er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts im gleichen Verhältnis stehen. Das wiederum ließ uns darüber nachdenken, was Krieg eigentlich ist, denn es hat ihn uns doch niemand in den 90er Jahren offiziell erklärt?

Unser Gespräch wendete sich seinem Leben zu. Im Wissen um die Geschichte seiner Vorfahren, die ihr Vaterland über Generationen hinweg verteidigten, und angesichts der Situation im Land und in der Welt schrieb er sich bewusst an der militärischen Fakultät seiner Universität ein, um zu lernen, wie man sein Vaterland verteidigt. Nach seinem Abschluss in den frühen 2000er Jahren diente er zwei Jahre lang als Offizier und Kommandeur eines motorisierten Schützenzugs. Nachdem er in den Dienst eingetreten war und begonnen hatte, persönlich mit Soldaten und Offizieren zu sprechen, und dienstlich oft durch das Land reisen und verschiedene Militäreinheiten besuchen musste, zeichnete sich ihm ein äußerst düsteres Bild. Zu dieser Zeit griff die Alkoholsucht in der Armee um sich. Es galt als normal, dass sich Offiziere wegen eines Katers nicht zum Dienst meldeten, und Soldaten, die das sahen, wiederholten dieses Verhalten. Etwa 90 Prozent der Soldaten rauchten Tabak. Und diejenigen, die Zivilisten zuvor nicht geraucht oder getrunken hatten, wurden unter dem Einfluss dieser Atmosphäre oft in diese schädlichen Prozesse hineingezogen. Infolgedessen kam es immer wieder zu Unfällen, die zu schweren Verlusten abseits der Kampfeinsätze führten. Ein großer Teil der Offiziere gab direkt an, nur des Geldes wegen zu dienen, der Begriff von Verpflichtung und Ehre existierte für sie nicht. In seinem Bataillon gab es zwei "besonders herausragende" Kompaniechefs - waschechte Alkoholiker mit so gut wie gar keinen militärischen Kenntnissen. Einer von ihnen, mit Nachnamen Borisow, prahlte damit, dass er die gesamte Zeit seines Studiums an der Militärschule als Kammerunteroffizier verbracht und sich vor dem Unterricht gedrückt hatte. Der andere, Erkow, ebenfalls ein ehemaliger Kammerunteroffizier, war von seinem Onkel, einem General, an der Schule untergebracht worden, weil er nicht arbeiten wollte und konnte, was er selbst unumwunden zugab. Beide traten ihren Dienst Ende der 90er Jahre an, und ihre gesamte militärische Ausbildung bestand aus Flüchen und dem Schwingen von Fäusten.

Wie sich herausstellt, wurde unsere Armee damals tatsächlich von denen zerstört, die Alkohol und Tabak produzierten und dem goldenen Kalb dienten, statt dem Heimatland.

 Nach seiner Armeezeit arbeitete er als Ingenieur beim Fernsehen. Dort hat er selbst gesehen, wie die Zuschauer manipuliert werden können, indem die Fakten schamlos gefälscht werden und ein für den Auftraggeber günstiges Bild vermittelt wird. Seitdem sieht er nicht mehr fern. Er hielt es in dieser Atmosphäre nicht länger als ein halbes Jahr aus, kündigte und bekam einen Job im Pressedienst einer öffentlichen Organisation. In dieser Position hatte er viel mit verschiedenen Pressevertretern zu tun und machte sich ein allgemeines Bild von der Arbeit der modernen Medien. Es wurde ihm klar, wie viel Macht sie ausübten. Das wurde besonders deutlich, als die umfassende Umschreibung der Geschichte begann, bei der sein Großvater, der den Faschismus bekämpft hatte, von den Medien in einigen Ländern und sogar in den ehemaligen Sowjetrepubliken, die er befreit hatte, tatsächlich als Besatzer abgestempelt wurde.

Als er in seinem Kopf ein Mosaik aus diesen unzusammenhängenden Fakten aus seiner Biografie zusammensetzte, erkannte er, dass der herkömmliche Krieg nur einer von vielen Fällen der Steuerung der Gesellschaft ist. Und der Satz seines Großvaters "Wir werden alles überstehen, solange es keinen Krieg gibt", gibt nicht das ganze Bild wieder. 

In der Steuerungstheorie gibt es 6 Prioritäten der allgemeinen Steuerungsmaßnahmen (ASM).

 

1. Priorität – Weltanschauung.

2. Priorität – Chronologie (Geschichte).

3. Priorität – Faktologie (Ideologien, Medien, Technologie, Religionen).

4. Priorität – Wirtschaft.

5. Priorität – Genetik (Alkohol, Tabak und andere Drogen, Nahrungsmittel).

6. Priorität – Gewalt (jegliche Art von Gewalteinwirkung, herkömmliche Kriege).


Wenn die Prioritäten innerhalb eines sozialen Systems angewandt werden, gelten sie als allgemeine Mittel zur Steuerung dieses Systems, wohingegen sie, wenn sie von einer sozialen Gruppe gegen eine andere angewandt werden, als Waffen betrachtet werden, d. h. als Mittel zur Kriegsführung und Manipulation zugunsten ihrer eigenen Interessen. Außerdem nimmt die Geschwindigkeit der Auswirkungen dieser Prioritäten von der ersten zur sechsten zu, während die Stärke der Auswirkungen umgekehrt von der sechsten zur ersten zunimmt. Mit anderen Worten: Es geht am schnellsten, sich etwas gewaltsam zu nehmen, aber jeder Gewalt kann entgegengewirkt werden, wenn man die Weltanschauung eines Menschen ändert, was nicht so schnell möglich ist, wird er gerne alles hergeben und denken, dass das in der Ordnung der Dinge liegt. In diesem Zusammenhang erschließt sich der Text des Kinderliedes über Burratino (Pinocchio), das von Boris Okudschawa komponiert wurde, in seiner ganzen Tragweite, aber die Bedeutung ist keineswegs kindlich:


Oh, wie ist der Himmel doch so blau!

Uns ist nicht nicht wohl bei einem Raub.

ein Messer keinen Prahler bannt,

Besing ihn einfach elegant

und er frisst dir aus der Hand.


...

ein Messer keinen Geizhals bannt,

Zeig ihm einen Diamant

und er frisst dir aus der Hand.


...

Ein Messer keinen Dummkopf bannt,

erzähl ihm eine Menge Tand

und er frisst dir aus der Hand.


Meinen Beobachtungen zufolge entschließen sich Menschen, die die Prinzipien einer solchen Steuerung verstehen, oft selbst dazu, sich nicht mehr auf allen Prioritäten manipulieren zu lassen. Aber dafür müssen sie an sich arbeiten, ihre Gewohnheiten ändern, Stereotypen revidieren. Solche Menschen treiben Sport, verzichten bewusst auf alkoholische Gifte, überdenken ihr Ernährungsverhalten, geben sich selbst das Versprechen, niemals verzinste Kredite zu nehmen oder zu geben, beginnen, ihre eigene Nachrichtenauswahl zu treffen, sich von ideologischen Stempeln zu befreien, die Geschichte zu studieren und ihr Weltbild weiterzuentwickeln.

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Willensfreiheit und Entscheidungsfreiheit – Was ist der Unterschied?

↗️ Russischer Originaltext

Alice, die Schwester der Frau meines Freundes, ist Schülerin und ist geradezu begeistert von Biologie. selbstständig studiert sie Universitätskurse und liest anspruchsvolle Bücher. Und irgendwie sind wir auf das Thema „Existiert beim Menschen ein freier Wille?“ zu sprechen gekommen. Die Sache ist die, dass ein Buch von Robert Sapolski großen Eindruck auf sie gemacht hat, in dem bekräftigt wird, dass der Mensch über keinen freien Willen und nicht einmal über eine freie Entscheidung verfügt.

„Also gut.“, sagte ich, „Bevor wir anfangen zu diskutieren, müssen wir festhalten, welche Argumente es gibt. Welche Argumente sprechen dafür, dass der Mensch keinen freien Willen hat?“

Zugunsten eines Fehlens von Willensfreiheit erklang von ihrer Seite aus das Argument zum Libet-Experiment. Bei diesem Experiment wurde die Aktivität des Gehirns studiert und es stellte sich heraus, dass bis zu dem Zeitpunkt der Entscheidung, entweder auf den einen oder den anderen Knopf zu drücken, im menschlichen Gehirn eine Aktivität aufkommt, anhand derer eindeutig bestimmt werden kann, auf welche der beiden Entscheidungen die Wahl gefallen ist.

„Ja, das ist gut.“, sagte ich, „Aber wo ist hier der freie Wille? Bei dem Experiment wurde lediglich die Freiheit der Entscheidung geprüft. Diejenigen, die nicht in die Regeln des Experiments eingewilligt haben, wurden nicht zugelassen. Zunächst hat die Person freiwillig den Bedingungen zugestimmt und damit ihren freien Willen gezeigt. In dem Experiment wurde jedoch nur die Entscheidungsfreiheit getestet.“

„Was ist denn dann der Unterschied zwischen Willensfreiheit und Entscheidungsfreiheit?“, fragte sie mich.

– „Zunächst einmal muss man sich mit dem Begriff ʼWilleʼ auseinandersetzen. Der Wille ist eine bewusste Zweckmäßigkeit, oder, anders gesagt, liegt ein Wille vor, wenn ein Mensch bewusst ein Ziel wählt und ebenso bewusst Schritte unternimmt, um dieses zu erreichen. Willensfreiheit hebt sich von Wahlfreiheit dadurch ab, dass sie ohne Bewusstheit nicht möglich ist. Wenn jemand darum gebeten wird, jenen oder den anderen Knopf zu drücken (wie im Libet-Experiment), kann er dies unbewusst tun, ohne jedwede explizite Zielsetzung. Eine freie Entscheidung kann nur stattfinden, wenn mehrere vorgefertigte Optionen vorhanden sind. Ein freier Wille ist selbst dann möglich, wenn es überhaupt keine Optionen gibt. Dazu ist es notwendig, Kreativität walten zu lassen und eine andere Option zu finden oder zu schaffen, um das Problem oder die Aufgabe durch schöpferischen Einsatz des Willens zu lösen.“

– „Kann es sein, dass dann das Libet-Experiment das Fehlen einer freien Wahl beim Menschen bezeugt?“

„Libet selbst hat so etwas nie behauptet. Aber die Sache ist die, dass alle Rückschlüsse auf das Fehlen eines menschlichen freien Willens von Menschen gezogen wurden, die sein Experiment analysiert haben. Und das waren im Großen und Ganzen Journalisten. Der grundlegende Fehler, den diese Menschen gemacht haben ist, dass sie einen Fehler in der Logik des Denkens gemacht haben. Wenn erst ein Ereignis eintritt und danach ein zweites, bedeutet das nicht, dass das zweite Ereignis das Resultat des ersten ist. Wenn, beispielsweise, ein Hahn als erstes Ereignis immer sein Kikeriki vor dem Sonnenaufgang ruft, bedeutet das noch lange nicht, dass die Sonne deshalb aufgeht, weil der Hahn gekräht hat. Und genau so ist es auch bei der Aktivität im menschlichen Gehirn. Wenn das Hirn aktiv wird, bevor der Mensch sich seiner Entscheidung bewusst wird, bedeutet das nicht, dass diese Aktivität der Grund für diese Entscheidung ist.“

– „Nun gut.“, wandte sie mir zustimmend ein, „Aber der Mensch handelt doch immer unter dem Druck der Umstände. Kann es dann sein, dass es immer die Umstände sind, die unsere Entscheidung bestimmen?“

– „Ja, natürlich müssen die Umstände berücksichtigt werden, aber das bedeutet nicht, dass sie unsere Entscheidungen bestimmen sollten. Es gibt zwei extreme Entwicklungsmöglichkeiten: die erste aus Verzweiflung (aufgrund der Umstände), die zweite aus Motivation (aufgrund der Zielsetzung). Wenn sich jemand auf sein Ziel zubewegt, werden die Lebensumstände kein Hindernis für ihn sein. Die negativen Umstände können die Bewegung auf das Ziel hin verlangsamen oder sie sogar zurückwerfen, aber die Entscheidung wird nicht aufgrund der Umstände getroffen, sondern aufgrund der Zweckmäßigkeit.

Gleichzeitig muss man begreifen, dass man erst einmal zu einem freien Willen heranreifen muss. Zuallererst musst du lernen, deinen Willen mit Anstrengung einzusetzen. Wähle bewusst ein Ziel und erreiche es. Doch in manchen Fällen, wenn die Situation aussichtslos erscheint, brauchen wir nicht nur den Willen, sondern auch die richtige Methodik – einen Algorithmus, mit dem der Mensch neue Lösungen schafft. Ein Mensch mit einer mangelhaften Methodik ist in der Erarbeitung richtiger Lösungen eingeschränkt, deshalb ist auch sein freier Wille eingeschränkt. Und ohne Willen hat ein Mensch nur die Freiheit der Entscheidung.“

Ich machte Alice auch darauf aufmerksam, dass der freie Wille nicht angeboren, sondern eine erworbene Eigenschaft ist. Nur wenn man seinen Willen ausübt und die richtige Methodik beherrscht, kann man sowohl den freien Willen als auch die Entscheidungsfreiheit erwerben, woraufhin sie mir zustimmte. Sie war von unserem Gespräch sehr inspiriert. Sie beschloss, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen und versprach, in Zukunft neue Gedanken mit mir zu diskutieren.

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Wie wir den Faschismus besiegen

↗️ Russischer Originaltext

Mein Führerschein lief diesen Monat ab, denn er wird nur auf 10 Jahre ausgestellt. Um ihn zu verlängern, musste ich ein Foto von mir machen lassen und beschloss daher, mir vorher die Haare schneiden zu lassen. Ich ging zu meinem Friseursalon, bei dem ich schon viele Jahre lang Stammkunde bin. Vor Ort war die mir vertraute Friseurmeisterin Irina, eine Frau von etwa 45 Jahren. Normalerweise reden wir nicht über unangenehme Themen, aber, kaum hatte ich mich auf den Stuhl gesetzt und sie den Haarschnitt näher erklärt, wandte sich unser Gespräch dieses Mal einem heißen Thema zu.

„Was gibt es Neues in den Nachrichten?“, fragte Irina. Diese Frage überraschte mich sehr. Aber dann erklärte sie mir, dass sie über den Krieg in der Ukraine besorgt sei. Ihrer Meinung nach kämpft Russland dort gegen Faschisten und sie macht sich große Sorgen darüber, wie man den Faschismus schnell besiegen kann. Sie glaubt, dass die Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung von der faschistischen Ideologie betroffen ist und dass diese nur durch die physische Beseitigung der Menschen ausgerottet werden kann. Sie macht sich vor allem Sorgen um die Kinder und glaubt, dass sie, da sie von klein auf mit der Ideologie des Faschismus indoktriniert wurden, nicht mehr davon loskommen werden. Sie versteht auch nicht, wie in nur 30 Jahren die Bevölkerung eines ganzen Landes zu Faschisten gemacht werden konnte.

Ich musste weit ausholen und einen kurzen historischen Exkurs machen. Ich sagte, dass der Faschismus als Phänomen seine Wurzeln in der fernen Vergangenheit hat. Das Wesen des Faschismus liegt nicht im äußeren Erscheinungsbild und den hasserfüllten Reden und Handlungen, sondern in der Tatsache, dass die Macht einer parasitären "elitären" Minderheit von der Mehrheit der "kleinen Leute", die nicht mit dem eigenen Kopf denken wollen, aktiv unterstützt wird. Die Macht einer solchen Minderheit gleitet schnell in eine Steuerung durch Lügen ab, ein Ansatz, bei dem der Zweck jedes Mittel heiligt. Das Streben nach Entwicklung wird zu einem Streben nach Niedergang. Es wird ein Umfeld geschaffen, in dem Dienstleute gezüchtet werden, die darauf warten, von Hirten geführt zu werden. Die Wurzeln des Faschismus liegen in der lasterhaften Sittlichkeit, bei der die Menschen in eine "Elite" und eine Masse, in Hirten und Schafe, in Verwalter und Dienstleister unterteilt werden.

Was das Gebiet der heutigen Ukraine betrifft, so hat der Faschismus dort seit den Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie seine Wurzeln entfalten können. Der Ukrainismus als Projekt wurde ursprünglich gegen Russland und auf Kosten Russlands geschaffen und unterstützt. Außerdem erreichte der Einfluss der lokalen oligarchischen Klans zu Zeiten des Russischen Reiches solche Ausmaße, dass selbst die Alleinherrschaft ihnen nichts entgegensetzen konnte. Diese Ereignisse, die sich in der Provinz Tauride und bei der Schwarzmeerflotte abgespielt haben, werden in dem Buch von Wladimir Schigin "Das Geheimnis der Brigg 'Mercury'" gut beschrieben.

Irina interessierte sich für den geschichtlichen Hintergrund und sie erinnerte sich auch daran, dass die Krim 1954 von Chruschtschow an die Ukraine übergeben wurde, ich ergänzte ihr Wissen jedoch mit der Tatsache, dass derselbe Chruschtschow die Bandera-Anhänger unmittelbar danach (1955) rehabilitierte. Dies war der Auftakt zu den aktuellen Ereignissen. Wieder, wie in der Mitte des 20. Jahrhunderts, ist unser Land mit einem Wiederaufflammen des Faschismus konfrontiert, der, wie damals, durch die volle Macht des kollektiven Westens angeheizt wird.

Das weitere Gespräch drehte sich darum, was wir gegen den Faschismus tun können. Irina sah keine andere Möglichkeit als den Einsatz von Gewalt. Ich erklärte ihr, dass die historischen Beispiele, die wir gemeinsam besprochen hatten, zeigten, dass Gewaltanwendung nichts grundlegend verändert und der Faschismus in relativ kurzer Zeit wieder auflebt. Deshalb müssen wir, um den Faschismus zu besiegen, nicht nur mit Gewalt vorgehen, sondern vor allem das Bewusstsein und die Weltanschauung der Menschen verändern. Und das muss schon in der Kindheit beginnen, denn bis zum Alter von etwa 25 Jahren ist ein Mensch am empfänglichsten für Informationen und kann seine Stereotypen schnell revidieren. Deshalb ist bei der jungen Generation auf dem Gebiet der heutigen Ukraine noch nicht alles verloren.

Öffentliche Funktionäre aus der Ukraine, die das Land 2014 aufgrund des Staatsstreichs verlassen haben, sagen uns, dass sich die ukrainische Gesellschaft in diesen 8 Jahren radikal verändert hat und für sie nicht mehr begreiflich ist. Das beweist, dass die Weltanschauung einer großen Zahl von Menschen in kurzer Zeit drastisch verändert werden kann. Und nichts hindert positive Kräfte daran, den gleichen Prozess zu vollziehen, nur in die entgegengesetzte Richtung einer angemessenen Weltanschauung.

Meine Bekannten erzählten mir, dass sie zu Beginn der Spezialoperation ein wütendes Sperrfeuer an Anschuldigungen von in der Ukraine lebenden Verwandten erhielten. Es war nicht möglich, mit ihnen zu argumentieren oder einen sinnvollen Dialog zu führen. Da viele Menschen davon berichteten, ist es klar, dass es sich um ein Massenphänomen handelt. Die Wirkung von Propaganda wurde hier deutlich demonstriert.

Interessant ist, dass ein Bekannter von mir, der eine Verwandte in Melitopol hat, sagt, dass sich die Stimmung seiner Verwandten innerhalb weniger Wochen, nachdem russische Truppen für Sicherheit in der Stadt gesorgt und die ukrainischen Medien abgeschaltet hatten, dramatisch verändert hat und es wieder möglich war, mit ihr zu sprechen. Das ist überraschend, aber eine Tatsache. Ein einfacher Wechsel der Umstände und des Informationsfeldes und man kann dabei zusehen, wie sich ein Mensch verändert.

Das sind alles schnelle Veränderungen, aber langfristig kann nur die Weltanschauung der russischen Welt dem Faschismus etwas entgegensetzen. Die russische Welt, in der der Mensch des Menschen Freund, Genosse und Bruder ist und Beziehungen auf Wahrheit aufgebaut sind; wo das Leben eines jeden Menschen einzigartig und wichtig ist; wo das schöpferische Potenzial ausnahmslos aller Menschen zum Vorschein kommt und die Menschen gemeinsam eine Gesellschaft schaffen, die auf Entwicklung ausgerichtet ist. Aber um das zu verwirklichen, muss jeder Mensch die Verantwortung für eine Welt ohne Faschismus übernehmen und damit beginnen, diese Welt in seinem Umfeld aufzubauen. Dazu ist es notwendig, das sittliche Niveau ständig zu erhöhen und das eigene Weltbild weiterzuentwickeln, um zu lernen, wie sowohl man selbst als auch komplexe Systeme, die aus vielen Menschen bestehen, gesteuert werden.

Auf staatlicher Ebene kann dem Faschismus entgegengewirkt werden, indem in den Medien für die Ideale der russischen Welt geworben wird. Die Erfahrungen unserer großen Militärführer Suworow, Uschakow, Nachimow, Rokossowski, Panfilow, Tschuikow und anderer sollten bekannt gemacht werden. Im Gegensatz zu ihren westlichen Kollegen schätzten und respektierten sie ungewöhnlicherweise ihre Soldaten und schufen so ein Umfeld für deren Entwicklung.

Auf gesellschaftlicher Ebene sollte jeder versuchen, die Ideale der russischen Welt zu studieren und weiterzuentwickeln, um eine Kultur aufzubauen, in der sich jeder in vollem Umfang entwickeln kann, ohne sich auf eine enge Spezialisierung zu versteifen. Enge Spezialisten lassen sich viel leichter in ein bösartiges, menschenverachtendes System einpassen. Jeder sollte versuchen, ganzheitliche Szenarien zu entwickeln: Ein eigenes Bild von der Zukunft gestalten und sich mit anderen Menschen zusammenschließen, um es zu verwirklichen.

Wenn es viele solcher Vereinigungen gibt, wenn die Menschen selbst alternative Vereinigungsprinzipien schaffen, wird jeder Mensch die Wahl haben, welchem System er sich anschließen möchte. Erst wenn die Menschen es für erstrebenswerter halten, sich einem Entwicklungssystem anzuschließen, gibt es gute Voraussetzungen für die vollständige Ausrottung des Faschismus.

Ich hatte Irina noch viel mehr zu erzählen, aber der Haarschnitt war fertig und nachdem ich ihr noch sagte, dass alles in unserer Hand liegt und wir nicht verzweifeln, sondern verstehen sollten, was passiert und entsprechend handeln müssen, verließ ich den Salon.

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Die Folgen eines Spiels auf Zeit

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Ich beschäftige mich schon viele Jahre mit gesellschaftlichen Aktivitäten der verschiedensten Art und habe überall, wo ich mich beteiligt habe, folgende Reaktion von Menschen beobachten können: Wenn ein Projekt frisch angelaufen ist, sind die Leute noch schnell Feuer und Flamme und bereit, Berge zu versetzen, doch wenn nach ein paar Jahren keine Ergebnisse ihrer Bemühungen zu sehen sind, lässt der anfängliche Eifer nach und sie ziehen sich aus dem Projekt zurück. Besonders stark zeigt sich das in niederfrequenten Aktivitäten, bei denen das Ergebnis erst in ferner Zukunft zu sehen sein wird. In der Regel zielen solche Projekte darauf ab, die Weltanschauung und die Sittlichkeit der Menschen zu verändern.

Dieses Phänomen – das Ausbrennen eines Menschen, der über lange Zeit keine Ergebnisse seiner Bemühungen sieht – muss bei der Gründung von gesellschaftlichen Projekten berücksichtigt werden, und man muss damit umgehen können. Ich für meinen Teil bin immer auf der Suche nach Beispielen, die den Menschen zeigen, dass ihre Bemühungen, die Gesellschaft zu verändern, nicht umsonst sind. Und das Leben selbst liefert mir immer wieder Beispiele.

Schon vor einigen Jahren – genauer gesagt, im Jahr 2010 – gründeten meine Mitstreiter und ich in unserer Stadt eine Nüchternheitsorganisation. Ihr Hauptziel bestand darin, an einem Informationsfeld zu arbeiten, um die Nüchternwerdung der Jugend zu forcieren. Doch dafür müssten wir unseren Standpunkt den örtlichen Behörden zutragen, wofür wir regelmäßig angesehene Akteure der Nüchternheitsbewegung einluden und zahlreiche Seminare mit Pädagogen und Sozialarbeitern abhielten. Bei einem dieser Seminare bezog der Leiter des örtlichen Drogenberatungsdienstes sehr aggressiv gegen uns Stellung und bezeichnete einige von uns auf dem Gang sogar als geisteskrank. Allerdings schenkten wir dieser negativen, an uns gerichteten Reaktion keine Beachtung und ließen von unserer Sache nicht ab.

Ich hatte diesen Vorfall schon längst vergessen. Aber dieses Jahr, 2022, musste ich mich einer medizinischen Untersuchung unterziehen, um meinen Führerschein zu erneuern, und dafür brauchte ich ein Attest von einem Narkologen. Wie groß war meine Überraschung, als ich im Wartezimmer des Drogentherapiezentrums, das übrigens immer noch von denselben Leuten geleitet wird, einen Fernseher an der Wand hängen sah, der eben die Videos zur Nüchternheitserziehung zeigte, für die wir all die Jahre geworben hatten.

An diesem Beispiel sieht man, wie Informationen wirken, die Menschen anfangs oft nur widerwillig hinnehmen und später selbst zu Befürwortern dieser Informationen werden. Insbesondere, wenn diese Informationen der Wahrheit entsprechen und auf die gesellschaftliche Weiterentwicklung abzielen.

Wenn ich so an mein bisheriges Leben denke, fällt mir auch auf, dass ich vor 15 Jahren der einzige nüchterne Mensch in meinem ziemlich großen Umfeld war. Jetzt ist es genau umgekehrt. In meinem sozialen Umfeld gibt es so gut wie keine Menschen, die Drogen konsumieren, auch nicht Alkohol oder Tabak. Ich habe auch bemerkt, dass ein großer Teil dieser Menschen durch den Kontakt mit mir nüchtern geworden ist, wofür sich einige von ihnen sogar bei mir bedankt haben. Dabei habe ich mit ihnen nie über die Gefahren von Drogen gesprochen, sondern eher über deren Wirkung unter dem Gesichtspunkt der Steuerung und in Bezug auf den Sinn des Lebens.

Die Weltanschauung der Menschen in eine entwicklungsorientierte Richtung zu verändern, ist eine sehr schwierige Aufgabe und lässt sich nicht auf die Schnelle erledigen. Das muss man bei seinen Bemühungen immer berücksichtigen und sich darüber im Klaren sein, dass das Ergebnis nicht durch einen Sturmangriff der Kavallerie erreicht werden kann. Das Wichtigste ist, nicht in Verzweiflung zu verfallen, weil es keine direkten Rückmeldungen gibt, sondern den Fluss des Lebens zu beobachten, und früher oder später werden sie sich zeigen. Das Entscheidende ist, dass diese Herangehensweise die Zukunft garantiert verändern wird und wir unsere Zukunft selbst in der Hand haben.

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