On the road…

On the road…

David Rehlich


Ich hatte erwartet, dass wir am Dienstag durch andere Besucher des Nationalparks recht früh geweckt würden, allerdings war es unerwartet ruhig und nur ganz vereinzelt kam mal jemand zu Fuß oder es fuhr mal ein Auto vorbei.

Nachts war es natürlich extrem ruhig, da wir uns ja in einem Nationalpark befanden, sodass es wirklich eine sehr entspannte Nacht und ein ebenso entspannter Morgen waren.



Diese Fliege haben wir nicht zum ersten Mal hier in Schweden gesehen, aber jetzt gibt es endlich ein Foto davon. Das Viech ist wirklich so unglaublich riesig :-D unten gibt's mal einen Vergleich zum Außenspiegel, damit man es sich ungefähr vorstellen kann.

Der Dienstag wird hauptsächlich von Fahren bestimmt sein, weshalb es vermutlich mal etwas mehr Bilder und etwas weniger Text geben wird.



Wir haben uns dann am frühen Nachmittag entspannt auf den Weg gemacht. Unser nächstes Ziel ist so weit entfernt, dass es an einem Tag auf der Landstraße nicht entspannt zu erreichen ist, deshalb hatten wir uns einen Campingplatz auf dem Weg rausgesucht, um die Gelegenheit mal zu nutzen und Wäsche zu waschen. Theoretisch sind wir beim Wäsche waschen autark, allerdings benötigen wir mehr Wasser als wir in den Kanistern benötigen können, um die Wäsche richtig ausspülen zu können.



Über gemütliche Landstraßen und vorbei an vielen kleinen Seen ging es Richtung Süden.



Unser Navi hat uns mehrere Fährverbindungen auf der kurvigen Route angezeigt und wir konnten zu den Verbindungen nicht mehr herausfinden als dass sie tatsächlich existieren. Also sind wir einfach mal hingefahren, weil wie teuer soll das schon sein. ;-)



Wir haben also in einer kleinen Schlange gewartet und sind vor zum Anleger gelaufen, dort gab es Hinweistafeln, aber keine Preise. Also haben wir einen wartenden Schweden gefragt und er sagte uns, dass es "for free" sei. Darauf haben wir geantwortet "That's crazy"... er sagte nur "yeah, we have things like that in sweden, it's crazy" ;-)



Wir sind also glücklich auf die Fähre gefahren, weil gratis ist solch eine Fährfahrt natürlich gleich noch viel spaßiger.





Das überqueren des Fjords dauerte nicht lange und schon konnten wir unsere Reise nach dieser entspannten Pause fortsetzen.







Vorbei an Feldern ging es wieder über kleine Sträßchen und bald sollten wir unser Ziel für heute erreichen. Da wir nur über Landstraßen fuhren, dauerte es seine Zeit. Zum Wäsche waschen sollte es dann aber noch reichen.



Kleine kurve Straßen sind genau das was man gerne sieht.



Beim Campingplatz angekommen, wurde uns erklärt, dass man nur mit einer dämlichen Camping-Karte (Camping Key Europe) einen Stellplatz mieten könne. Diese kostet 16 €, was nicht die Welt ist, aber wir benötigen sie schlichtweg nicht. Von der Karte hatten wir schon mehrfach etwas gelesen und extra nach einem Platz gesucht, der sie nicht benötigt, aber scheinbar war deren Webseite einfach nicht aktuell. Wir haben dann nur ein leckeres Abendessen aus Salat, Bürgern und Pommes beim Restaurant am Campingplatz gegessen und sind weiter auf die nächste kleine Fähre. Da muss das Wäsche waschen noch ein paar Tage warten.

Diese Fähre wurde nicht durch einen Dieselmotor angetrieben, sondern hat sich mit einem Elektromotor an einem Stahlseil gezogen. Irgendwie ist es verwunderlich, dass dieses Stahlseil die anderen Boote nicht stört, aber es war eben auch nur ein sehr kurzer Weg übers Wasser.



Eigentlich hatten wir geplant auf dem Campingplatz zu duschen, nachdem die Wäsche gewaschen war. So mussten wir uns nun jedoch einen anderen Platz suchen. Wir haben dann am Ende eines Schotterweges einen kleinen Steinbruch gefunden und waren beeindruckt wie wunderschön es in der Abendsonne aussah. Das war allerdings bevor wir ausgestiegen waren.





Es stieg uns ein recht strenger Geruch in die Nase und dann haben wir unsaubere Fellreste und einen Schädel gefunden. Es sah wirklich krass aus. Der Geruch kam in Schüben mal intensiv rüber, dann roch es wieder nach frischer Natur.





Dem Schädel nach zu urteilen, handelte es sich dabei vermutlich um die Überreste eines Wildschweins. Wir haben uns gefragt, ob ein Wildschwein überhaupt in diesen Breitengraden natürliche Feinde hat. Weiter im Norden dürften Bären ab und an Wildschweine snacken. Wir hatten dann vermutet, dass es eventuell ein Roadkill sein könnte oder Wilderei und hinterher haben sich dann viele kleine Tiere daran bedient und es auf dem Platz verteilt. Aber das sind alles Spekulationen und wissen werden wir es nie.



Der Platz hat an den Rändern allgemein zur illegalen Müllentsorgung gedient und so lag dort sogar ein Tannenbaum inkl. elektrischer Kerzen rum.

Aber abgesehen von diesen Sachen war es ein idyllischer Ort. Es war also sehr absurd, dass in dieser schönen Szenerie Leichenteile umherliegen. Wir haben uns dann eher auf dem grünen Abschnitt hinterm Auto aufgehalten, dort war von dem Geruch nichts zu vernehmen und es roch nach frischem Wald und Gräsern. So konnten wir in der Abendsonne und noch einmal frisch machen und sind anschließend weitergefahren, um uns einen Schlafplatz zu suchen. Denn duschen war dort echt schön, aber schlafen dann doch lieber ohne Tierkadaver.





Ich hatte vor der Reise gelesen, dass mittlerweile die meisten Straßen in Skandinavien ausgebaut sind und nicht mehr unbefestigt. Wir haben allerdings an diesem Tag bestimmt ein Drittel der gesamten Strecke nur auf solchen Schotterpisten zurückgelegt. Das macht vielleicht einen Gaudi dort mit recht hoher Geschwindigkeit drüber zu pesen. :-D Es kommt einem eigentlich nie jemand entgegen und hinter einem staubt es schön. Außerdem ist man der Natur ganz nah und sieht sehr viel schöne Landschaft.





Die Sonne im Rückspiegel sehen wir vor uns die wunderschöne Pracht der schwedischen Natur ins goldene Licht der Abendsonne getaucht. Es ist einfach unglaublich schön.



In einem Dorf haben wir kurz zum Kaufen von Wasser und ein paar Snacks angehalten. Auf einem Dach gegenüber saß eine riesige Menge Raben.



Dieser Baum muss bestimmt um die 200 Jahre als sein, so dick wie er ist. In seinem Stamm prangte ein riesen Loch und einige Teile wirkten wie abgestorben, dafür waren andere mit frischem Grün übersäht.



Wir haben am Dienstag insgesamt fast 6 Stunden im Auto verbracht. Dabei handelt es sich um reine Fahrtzeit. Kurze Pausen und die Fährfahrten sind da natürlich nicht enthalten. Dabei sind wir "nur" 300 km gefahren, aber auf solchen Schotterpisten und kleinen Landstraßen mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h, schafft man es nicht so schnell. Aber das ist auch nicht schlimm... einen Tag macht es mal Spaß, aber dann muss man den nächsten Tag auch definitiv weniger fahren, sonst geht es einem auf die Nerven.



Da es heute hauptsächlich ums Fahren ging, ist es wohl auch an der Zeit mal eine Bilanz zu ziehen. Wir sind jetzt seit knapp 2,5 Wochen unterwegs und haben in dieser Zeit fast 3500 km zurückgelegt. Dabei sind wir nicht schneller als 126 km/h gefahren und durchschnittlich 54 km/h.



Nach einer recht kurzen Suche haben wir dann den perfekten Schlafplatz gefunden. Gefühlt wird man jeden Tag besser darin einen Schlafplatz zu finden. Wir sind einen groben Schotterweg entlang gefahren. Dann ging es über eine winzige Holzbrücke und vorbei an riesigen Aststapeln. Dieses Gebiet schon auch vor nicht allzu langer Zeit gerodet worden zu sein.

Am Ende des Weges gab es nach ungefähr 1 km einen großen Wendeplatz aus Schotter, danach führte es auf eine große Wiese und man war von Hügeln umgeben. Der ultimative Test, ob ein Schlafplatz gut ist... Jana öffnet die Tür, hört nichts außer Grillen und sagt: "Ja, ist gut."



Wie unglaublich schön dieser Ort sein sollte, haben wir erst am nächsten Morgen festgestellt, aber dazu gibt's dann morgen mehr.



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