Verseuchtes Land

Verseuchtes Land

Tierarzt Dirk Schrader

Niger: Uranabbau seit Jahrzehnten in französischer Hand. Staatskonzern hinterlässt verstrahlten Abraum und zieht weiter. 

Von Elke Seidel 

Niger ist eines der Länder, in denen weltweit am meisten Uran abgebaut wird. Bezogen auf die EU kommt von dort die größte Menge des Metalls. Im Jahr 2021 wurden laut Statista 2.905 Tonnen Uran aus dem afrikanischen Land in die EU importiert, gefolgt von Kasachstan mit 2.753 und Russland mit 2.358 Tonnen. Danach folgen Australien und Kanada. Andere Länder sind zu vernachlässigen. Der Import aus dem Niger deckte im Jahr 2020 etwa 20 Prozent des EU-Bedarfs. Eindeutig größter Abnehmer ist dabei Frankreich, das mit 56 Atomkraftwerken hinter den USA den zweiten Platz einnimmt. Die französische Staatsfirma Orano ist mit 4.541 Tonnen im Jahr 2021 der weltweit zweitgrößte Uranproduzent. 

Orano wurde 2018 gegründet, als die Nuklearindustrie Frankreichs ihren ökonomischen Offenbarungseid leistete und die die ehemalige Areva in mehrere Gesellschaften aufgeteilt wurde: Framatome als die Energiegesellschaft, die einen Großteil der Verluste von Areva auf die französischen Verbraucher abwälzte, eine Abwicklungsgesellschaft Areva Np und eben Orano,die weiterhin für das Kerngeschäft zuständig ist. Der Umbau hat den französischen Staat damals offiziell 4,5 Milliarden Euro gekostet. 

Der Uranimport aus dem Niger in die EU hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Entscheidend für die Diversifizierung waren auch die politische Situation im Sahel sowie beginnende antikoloniale und antifranzösische Aufstände, die im Jahr 2013 zur Militärintervention „Operation Barkhane“ („Sicheldüne“) Frankreichs führten. Diese wurde offiziell 2012 beendet bzw. durch die „Taskforce Takuba“ (ein traditioneller Säbel im Sahel) abgelöst. 

In den Sahelstaaten (Tschad, Niger, Burkina Faso, Mali, Mauretanien) versuchten verschiedene Formate - insbesondere unter Federführung Frankreichs -, den wachsenden Widerstand gegen die ehemalige Kolonialmacht zu unterdrücken: die „G5 du Sahel“ mit entsprechender Eingreiftruppe „G5 Sahel Joint Force“, die internationale „Koalition für die Sahelzone“ mit den G5 Staaten, die „Partnerschaft für Sicherheit und Stabilität im Sahel“ (von Berlin und Paris gestartet) und die „Sahelallianz“ (Berlin, Paris, Brüssel). Die einzige durch UN-Mandat abgesicherte Mission war dabei Minusma in Mali seit Ende 2013. 

Die größte der drei Uranminen in Niger ist die Grube von Arlit, die zu zwei Dritteln Orano und zu einem Drittel dem Staat Niger gehört. Die zweitgrößte ist die Mine von Akokan in der Nähe von Arlit, von der Orano und der nigrische Staat jeweils etwa ein Drittel, eine japanische Gesellschaft etwa 24 Prozent und eine spanische Gesellschaft etwa zehn Prozent halten. Die dritte Mine, Imouraren, mit den größten, aber weniger konzentrierten Uranvorkommen, soll ebenfalls wesentlich von Orano erschlossen werden. Die Öffnung war aber bis 2020 noch nicht erfolgt. 

Der französische Uranabbau in Niger hat schon vor vielen Jahren heftige Proteste hervorgerufen, denn das Land ist dadurch wohl wie kein zweites radioaktiv belastet. Der Schutt des Uranabbaus wurde von Orano (damals Areva) einfach unter freiem Himmel abgelagert. Dieser Abraum, der pro Kilogramm Uran etwa eine Drittel Tonne ausmacht, enthält immer noch 85 % Prozent des Urans und damit der radioaktiven Strahlung. Der immense Wasserverbrauch der Minen, die Kontaminierung des Grundwassers, die Verwendung des strahlenden Abraums als Baumaterial für Straßen und andere ökologische und soziale Verbrechen haben seit mehr als 50 Jahren Niger zu einem der ärmsten Ländern der Welt gemacht. In allen Statistiken gehört es zu den 15 ärmsten Ländern der Welt. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung hatten im Jahr 2018 pro Kopf weniger als 200 US-Dollar im Monat, bei über 50 Prozent sind es weniger als 80 US-Dollar. 

Wie lange diese Bezugsquelle für die französischen Atomkraftwerke noch sprudelt, ist derzeit kaum vorherzusehen. Der Besuch von Präsident Emmanuel Macron in der Mongolei vor einigen Monaten galt vor allem der Beschleunigung von Oranos Engagement in der Südgobiwüste. Dort kommt die Entwicklung des dortigen Uranvorkommens seit Jahren nicht so recht vom Fleck. Es brennt also an allen Ecken.



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