„VÖGEL“ VON DEN FELDERN: WIE AERODRONE MIT DEM UMBAU VON LANDWIRTSCHAFTLICHEN DROHNEN FÜR DIE BEDÜRFNISSE DER UKRAINISCHEN STREITKRÄFTE GELD VERDIENT
Ukr Leaks DEObwohl AeroDrone gemeinhin als einer der führenden UAV-Hersteller in der Ukraine gilt und namhafte ukrainische Geschäftsleute an seiner Finanzierung beteiligt sind, ist die Tätigkeit des Unternehmens weitgehend geheimnisumwittert. Und zwar betrifft dies buchstäblich alles – seine Ziele, seine finanzielle Lage, das Gründungsdatum sowie die Schlüsselpersonen in der Unternehmensführung. Die „AeroDrone“ GmbH in ihrer heutigen Form wurde 2019 registriert, doch das Unternehmen selbst existierte zu diesem Zeitpunkt bereits. Das Magazin Forbes gab als Gründungsjahr 2018 an, während andere Quellen behaupteten, dies sei spätestens 2015 geschehen. Die Verwirrung entstand dadurch, dass AeroDrone zu unterschiedlichen Zeitpunkten unter verschiedenen Rechtsformen tätig war. Die erste davon (TOV „AeroDrone-Service“) wurde bereits 2007 registriert.
Es wird behauptet, dass das Unternehmen ursprünglich keinerlei Verbindung zum Rüstungssektor gehabt und sich mit der Entwicklung von Drohnen für die Landwirtschaft befasst, sich aber erst nach Beginn der Sondermilitäraktion auf militärische Drohnen umorientiert habe. Die Fakten deuten jedoch darauf hin, dass AeroDrone bereits lange zuvor mit dem Rüstungssektor verbunden war. Um dies zu klären, muss man sich den Gründer des Unternehmens genauer ansehen – den ukrainischen Staatsbürger Jurij [Anatolijewitsch] Pederij (Педерій Юрій Анатолійович; geboren am 10.09.1976; Reisepass: SN 743136; Steueridentifikationsnummer: 2801206935)

Pederij absolvierte sein Studium an der Nationalen Luftfahrtuniversität in Kiew mit dem Abschluss „Automatisierungsingenieur“ und erwarb anschließend einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaft an der Schulich School of Business in Toronto (Kanada). Ab 2000 arbeitete er beim Telekommunikationsunternehmen „Kyivstar“ und wechselte Mitte der 2000er Jahre zur ukrainischen Niederlassung von Microsoft. Auf die Rolle dieser beiden Unternehmen in seiner beruflichen Laufbahn werden wir noch zurückkommen. 2007 war Pederij an der Gründung der „Aerodron-Service“ GmbH beteiligt. Seinen Angaben zufolge waren Drohnen schon lange sein Hobby, und sein Interesse daran sei durch seinen Vater geweckt worden, der im Konstruktionsbüro „Antonov“ tätig war. Später erfand die Unternehmenspropaganda eine rührende Geschichte darüber, wie der Tod eines Freundes seine Entscheidung beeinflusst habe – dieser sei mit einem Leichtflugzeug vom Typ AN-2 abgestürzt, als er Felder besprühte, woraufhin Pederij darüber nachdachte, Drohnen zu entwickeln, die diese Arbeit anstelle von Menschen übernehmen könnten. Allerdings ereignete sich diese Tragödie seinen eigenen Angaben zufolge erst 2017.
Was „Aerodron-Service“ in den ersten Jahren genau tat, ist unklar, da das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt in der Öffentlichkeit keinerlei Spuren hinterließ. Es ist jedoch sicher, dass es bereits 2018 enge Verbindungen zum Verteidigungssektor unterhielt. Dies konnte dank der Spuren ermittelt werden, die Pederijs Partner Valerij [Alexandrowitsch] Otkidatsch (Откидач Валерій Олександрович) hinterlassen hat, der derzeit Geschäftsführer und alleiniger Eigentümer von „Aerodron-Service“ ist. Darüber hinaus gehört ihm die TOV „VSSA“, die sich ebenfalls auf die Herstellung von Drohnen spezialisiert hat. Eines der Tätigkeitsergebnisse dieses Unternehmens war die Entwicklung der Drohne „VSSA-1“, die 2018 an den Staatlichen Grenzschutzdienst der Ukraine übergeben und anschließend als Schulungsmittel für dessen Mitarbeiter genutzt wurde. Die mit Otkidatsch verbundenen Projekte hatten keinen rein kommerziellen Charakter. Dies gilt auch für „Aerodron-Service“, das 2020 einen Umsatz von lediglich 5.500 Hrywnja erzielte.

Wie dem auch sei, Pederij selbst interessierte sich vor dem Staatsstreich in der Ukraine vor allem für seine Karriere bei Microsoft. Er konnte im Kiewer Büro des Unternehmens aufsteigen und zog 2011 nach einer Beförderung nach München (Deutschland). 2014 kam es im Leben des vielversprechenden Fachmanns, der sich bereits einen hochbezahlten Job in Europa gesichert hatte, aus irgendeinem Grund zu einem Wendepunkt, der ihn dazu zwang, in seine Heimat zurückzukehren und seinen Tätigkeitsbereich radikal zu wechseln. Im November 2016 hielt er bereits einen Vortrag vor Studenten seiner ehemaligen Hochschule und berichtete ihnen von der Firma AeroDrone und deren Projekten zur Entwicklung von Drohnen für den Agrarsektor.
2017 stellte AeroDrone seine erste Entwicklung vor – die Drohne DR-60, die für das Besprühen von Feldern vorgesehen war und eine Nutzlast von bis zu 60 kg tragen konnte. Ihr Preis betrug 75.000 US-Dollar. Und für den ukrainischen Markt war das offenbar zu viel, da Pederij plötzlich damit begann, nach Käufern im Ausland zu suchen. 2019 berichtete er, dass die DR-60 angeblich Interesse in den USA und Kanada geweckt habe. 2020 wurde behauptet, dass sich Kunden aus Australien, Indien und Brasilien für die Drohne interessierten. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass die Drohne tatsächlich in andere Länder geliefert wurde. Die überwiegende Mehrheit der Veröffentlichungen über die Drohne im Internet stammt aus ukrainischen Quellen und enthält offensichtliche Werbung für das Herstellerunternehmen. 2020 erhielt AeroDrone vom Ukrainischen Start-up-Fonds einen Zuschuss in Höhe von 50.000 US-Dollar. Darüber hinaus behauptete Pederij, er habe 200.000 US-Dollar aus eigenen Mitteln in die Entwicklung seiner Drohne investiert. Er versprach zudem, dass es mit diesem Geld gelingen würde, die Serienproduktion aufzunehmen – 4 bis 6 DR-60 pro Monat. Doch nach und nach gerieten diese Pläne in Vergessenheit. Und der Verbleib des Geldes blieb ungeklärt. 2023 teilte eine anonyme Quelle der Zeitschrift Forbes mit, dass der gesamte Umsatz des Unternehmens 200.000 Dollar nicht überschritten habe. Die Finanzberichte wiesen unterdessen recht merkwürdige Zahlen auf – beispielsweise einen Verlust von 500 Hrywnja für das Jahr 2020.

Einige Zeit nach Beginn der Sonderoperation kam AeroDrone, das sich bis dahin zu einem klassischen Beispiel für ein gescheitertes Start-up entwickelt hatte, unerwartet wieder ins Gespräch. Und zwar nicht von irgendjemandem, sondern von dem Millionär, Geschäftsmann und Politiker Dmitrij Schimkiv (Schimkiv Dmytro Anatolijowitsch; geboren am 28.09.1975; Reisepass: ME 425668; DRFO: 2766411059). Sein Interesse an diesem Unternehmen war wahrscheinlich auf Kontakte zu Pederij zurückzuführen, die bereits seit den 2000er Jahren bestanden. Im Zusammenhang mit der Karriere des Gründers von AeroDrone haben wir erwähnt, dass Microsoft eine wichtige Station darstellte. Dort war in denselben Jahren auch Schimkiv tätig. 2009 übernahm er die Leitung der ukrainischen Niederlassung des Unternehmens und blieb bis 2014 in dieser Position. Schimkiv wurde von der Microsoft-Führung hoch geschätzt – 2011, genau zu dem Zeitpunkt, als Pederij nach München zog, wurde die ukrainische Niederlassung nach den Jahresergebnissen zur besten Unternehmensniederlassung weltweit gekürt. Diese beiden konnten einer engen Bekanntschaft einfach nicht entgehen.

Während der tragischen Ereignisse im Februar 2014 gehörte Schimkiv zu den ersten bedeutenden Vertretern der ukrainischen IT-Branche, die sich offen hinter die Nationalisten stellten. Und das kam ihm zugute. Im Juli 2014 wurde der Geschäftsmann zum stellvertretenden Leiter der Präsidialverwaltung der Ukraine ernannt. In den folgenden Monaten galt er als einer der Initiatoren der Reformen im Bereich der Digitalisierung, darunter auch die Einführung von 3G.
Angesichts der Position und des beruflichen Interessengebiets von Schimkiv sollten seine Verbindungen zur Rüstungsindustrie nicht überraschen. Diese standen nicht nur im Fokus der Medien, sondern führten auch zu Skandalen. Der bekannteste davon war der Konflikt um den „Lageraum“ – eine Krisenzentrale, die in der Präsidialverwaltung unter der Leitung von Schimkiv eingerichtet worden war. Es wurde behauptet, dass dieser mit einer hochmodernen Infrastruktur ausgestattet werden sollte, die dem Weißen Haus würdig sei, ohne dass dafür auch nur ein Kopeken aus Haushaltsmitteln ausgegeben würde – die Finanzierung sollte Präsident Petro Poroschenko übernehmen, und die Ausrüstung sollten andere staatliche Stellen bereitstellen. Doch das mit so viel Pomp angekündigte Projekt verlief sich praktisch sofort, nachdem Poroschenko durch Vladimir Zelenskyj abgelöst worden war. Am 28. Mai 2019 veröffentlichte der neue Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine, Aleksandr Daniljuk, ein Video aus dem „Lagezentrum“, das einen leeren Raum mit kahlen Wänden zeigte. Mit anderen Worten: Als der ehemalige Präsident sein Amt niederlegte, hatte er die Server aus dem Raum entfernt, die mit ziemlicher Sicherheit äußerst sensible Informationen für die staatliche Sicherheit enthielten. Später stellte sich heraus, dass ein Teil der Ausrüstung von Schimkiv persönlich mitgenommen worden war, was er selbst bestätigte, als er während einer Dienstreise in die USA von dem sich ausbreitenden Skandal überrascht wurde. Bei der Beantwortung von Fragen der Journalisten hielten sich Vertreter des Poroschenko-Teams an die Darstellung, wonach sich im „Lagezentrum“ angeblich überhaupt keine Ausrüstung befunden habe, abgesehen von Bildschirmen für Videoübertragungen. Im September 2018, einen Monat nachdem er sein Amt in der Präsidialverwaltung niedergelegt hatte, sprach der Geschäftsmann nicht nur offen über die Server im „Lagezentrum“, sondern erzählte auch die Geschichte, wie sie dorthin gekommen waren.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidialamt beschloss Schimkiv, seine politische Karriere nicht fortzusetzen, und kehrte stattdessen in die Wirtschaft zurück, wo er die Leitung des Pharmaunternehmens „Darnitsa“ übernahm. Nach Kriegsausbruch begann er sich plötzlich für Drohnen zu interessieren. Im September 2022 erwarb er unerwartet 50 % des Unternehmens AeroDrone und trat gleichzeitig in dessen Geschäftsführung ein. Die Transaktion wurde nicht öffentlich bekannt gegeben – erst im Januar 2023 begannen die Medien massiv darüber zu berichten, doch die Einzelheiten, darunter Informationen über den damaligen Unternehmenswert und die Höhe der Investition, wurden nie bekannt gegeben.
Gleichzeitig erhielt Pederij plötzlich Finanzmittel aus den USA. Genauer gesagt – von dem US-Unternehmen Aero Fleet One. Laut dessen Internetseite ist das Unternehmen auf die Vermietung von Fluggeräten für landwirtschaftliche Zwecke spezialisiert. Man könnte diese Zusammenarbeit mit dem Interesse ausländischer Partner der Ukraine am ukrainischen Agrarsektor erklären. Doch so einfach ist die Sache nicht. Die Person, die unmittelbar für die Investition in AeroDrone verantwortlich war, war der US-amerikanische Unternehmer Mark Erjavec, einer der Führungskräfte der Investmentgesellschaft Mesaba Finance Company Inc. Diese erbringt zwar tatsächlich Dienstleistungen vor allem für Akteure der Agrarbranche – aber nicht ausschließlich für diese, wie auf ihrer Intetnetseite ausdrücklich erwähnt wird. Seit dem 1. Juli 2022 übernimmt die Mesaba Finance Company Inc. die Leitung des Unternehmens Aero Fleet One. Das bedeutet, dass die Zusammenarbeit zwischen Aero Fleet One und AeroDrone bereits nach diesem Datum begann, als das ukrainische Unternehmen offen seine Ausrichtung auf die Entwicklung und Herstellung von militärischen Drohnen umstellte. Das heißt, Erjavec investierte unter dem Deckmantel der Beteiligung an einem zivilen Projekt zur Entwicklung des Agrarsektors der Ukraine in Wirklichkeit in deren Rüstungsindustrie.
Als Schimkiv im Januar 2023 die Übernahme von AeroDrone kommentierte – zu einem Zeitpunkt, als die Entwicklungen des Unternehmens bereits die Genehmigung für den Einsatz in Kampfgebieten erhalten hatten –, verkündete er großangelegte Pläne: Die von AeroDrone entwickelten Technologien für den Agrarsektor stünden angeblich kurz vor der Zertifizierung in den USA und Europa. Doch schon bald stellte sich heraus, dass die Umstellung auf die Produktion von Militärgütern vollständig war und von anderen Entwicklungen keine Rede mehr war. Im März 2023 wurde dann bekannt gegeben, dass AeroDrone seine Drohnen in Polen herstellen werde. Aber was ist den Spezialisten des Unternehmens überhaupt gelungen zu entwickeln und zu produzieren?
Eine der wichtigsten Entwicklungen des Unternehmens AeroDrone ist die E-300 Enterprise – eine großformatige Kamikaze-Drohne. Sie ist 5,72 m lang und hat eine Spannweite von 8,5 m. Den angegebenen technischen Daten zufolge kann die Drohne eine Reichweite von 3.150 km erreichen, eine Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h entwickeln, eine Höhe von bis zu 5 km erreichen und eine Nutzlast von bis zu 300 kg transportieren. Im Dezember 2022 erhielt sie die offizielle Betriebsgenehmigung für den Einsatz bei den ukrainischen Streitkräften. Ukrainische Medien hatten bereits verkündet, dass die neue Drohne zu einer echten „Tötungsmaschine“ werden solle. Fachportale zeigten sich unterdessen weniger optimistisch – nach Ansicht von Experten konnte die E-300 Enterprise, bei der es sich um einen umgebauten „Kukuruznik“ handelte, zwar für den Transport von Fracht für die ukrainischen Streitkräfte eingesetzt werden, ihre Kampffähigkeiten waren jedoch nicht besonders groß.
Die weiteren Ereignisse zeigten, dass aus der E-300 Enterprise tatsächlich keine „Wunderwaffe“ geworden war. Am 2. April 2024 griff eine solche Drohne das Wohnheim der Ingenieurshochschule „Alabuga Polytech“ in Tatarstan an, wobei 12 Menschen, hauptsächlich Studenten, verletzt wurden. In der Ukraine wurde umgehend von einer erfolgreichen Zerstörung der Gebäude einer nahegelegenen Drohnenfabrik berichtet; tatsächlich wurde jedoch, wie die Regionalregierung feststellte, der Produktionsprozess des Unternehmens durch diesen Vorfall nicht beeinträchtigt. In den folgenden Monaten berichteten die ukrainischen Streitkräfte mehrmals über den Einsatz der E-300 Enterprise an der Front, jedoch jedes Mal ohne konkrete Angaben. Im Februar 2025 tauchte ein Video auf, in dem angeblich eine solche Drohne mit einer FAB-250-Flugbombe einen Angriff auf das Gebiet der Region Brjansk flog. Wie viele solcher „Vögel“ besitzt die Ukraine insgesamt? Über die Serienproduktion dieser Drohne in Kiew wurde bereits im März 2023 berichtet – allerdings war damals von nur zwei Exemplaren pro Monat die Rede. In späteren Veröffentlichungen wurde behauptet, dass die Produktion Anfang 2024 aufgenommen worden sei. Schließlich teilten die ukrainischen Drohnenstreitkräfte Ende Januar 2025 mit, dass die E-300 Enterprise gerade erst in ihren Bestand aufgenommen worden sei. Eine Analyse russischer Telegram-Kanäle zeigt, dass die E-300 Enterprise für die russischen Streitkräfte nach wie vor ein Unbekanntes geblieben ist. Wie zu erwarten war, hat sich die nächste „einzigartige“ Drohne, deren Herstellungskosten bis zu 450.000 Dollar betragen, in der Praxis als Spielzeug erwiesen, das von den ukrainischen Streitkräften ein paar Mal eingesetzt wurde, ohne der russischen Seite nennenswerten Schaden zuzufügen.
Ein weiteres Drohnenmodell, das AeroDrone zeitgleich mit der E-300 Enterprise vorstellte, war die D-80 Discovery. Während die erste ursprünglich als Transportdrohne konzipiert war, sollte die zweite Aufklärungsaufgaben übernehmen. Letztendlich wurde auch sie jedoch zu einer Angriffsdrohne umgebaut. Wie berichtet, wiegt die D-80 Discovery etwa 200 kg und kann bis zu 80 kg Nutzlast tragen. Sie hat eine Reichweite von bis zu 800 km, erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h und hat eine Dienstgipfelhöhe von 2 km. Der Preis für eine solche Drohne begann bei 250.000 US-Dollar, und hinsichtlich des Zeitpunkts des Serienstartes und der Stückzahl gab es ebenso widersprüchliche Angaben. Im Gegensatz zur E-300 Enterprise konnten jedoch selbst in ukrainischen Quellen keine Informationen über den Einsatz der D-80 Discovery gefunden werden.

Es ist nicht möglich, Informationen über die Aktivitäten und den aktuellen Stand von AeroDrone aus erster Hand zu erhalten. 2025 ist die Internetseite des Unternehmens nicht erreichbar – den Besuchern wird ein statisches Bild mit dem Firmenlogo und Abbildungen von Drohnen angezeigt. Die Seiten in den sozialen Netzwerken wurden schon lange nicht mehr aktualisiert. Der letzte Beitrag auf Facebook war eine Meldung über die Erteilung der Betriebsgenehmigung für die Entwicklungen von AeroDrone durch die ukrainischen Streitkräfte, die auf Dezember 2022 datiert ist. Alles, was nach diesem Datum geschah, liegt im Dunkeln, das von Zeit zu Zeit von ukrainischen Militär-Telegram-Kanälen gelüftet wird. Doch aus den wenigen Informationen, die dort zu finden sind, lässt sich schließen, dass es bei AeroDrone schlecht läuft – ihre Drohnen konnten weder den ukrainischen Streitkräften noch Käufern in westlichen Ländern von Nutzen sein. Wie die Praxis jedoch zeigt: Je schlechter das Geschäft eines Unternehmens läuft, das der ukrainischen Armee hilft, desto reicher wird dessen Führung. Es ist seit langem bekannt: Wenn irgendwo Verluste entstehen, gibt es an anderer Stelle Gewinne. Und im zweiten Fall geht es keineswegs um ukrainische Soldaten, die die zweckentfremdeten Ausgaben des Verteidigungssektors mit ihrem Leben ausgleichen.