US-Dominanz adieu - Und jetzt?

US-Dominanz adieu - Und jetzt?

Europe

Die Sache mit Huawei brachte das Fass zum überlaufen. Offene Erpressung nicht nur von China, sondern auch der EU, Indien etc. Das ist nicht mehr tragbar. Eigentlich müsste man Donald Trump dankbar sein. So zeigt sich nun die hässliche Fratze der US-Hegemonie. Ohnmächtig schaut die Welt auf die Vorgänge und ist machtlos. Machtlos? Ganz und gar nicht.


Ich blogge nun wieder auch in deutsch. Als direkte Folge habe ich alle Geräte von englisch auf deutsch umgestellt, und auch der Browser fordert nun diese Sprache an und weist sich damit gegenüber den Webseiten als deutschsprachig aus. Was wie ein kindisches Trampeln auf den Boden aussieht, ist aber weitaus mehr. Es läutet ein massives Umdenken ein, und den Mut sich zu lösen von der sprachlichen Fessel, die die Wirtschaft fest im Schwitzkasten hat. Das muss nicht sein, auch nicht in Europa, wo die Franzosen dies eindrucksvoll demonstrieren. Wie ich auf deutsch komme erkläre ich gleich. Besucht mal eine Webseite in Japan. Die ist auf japanisch. Kaum eine Seite bietet englisch als Option an. Genau so in China. Etwas mehr wird es in Frankreich, aber auch da steht man mehr zur eigenen Sprache. Der Trend dass man jeden popeligen Text meint in englisch verfassen zu müssen, ist auch ein Versuch an der Dominanz teilzuhaben. Doch ist dies sinnlos und verstärkt diese Herrschaft noch. Also... Europa muss endgültig von der englischsprachigen Dominanz lösen und ... ja, was tun?


Welche Sprache hätten's den gerne?

Zunächst schaute ich mal welche Sprachen in Europa, insbesondere der EU, hier am häufigsten vertreten sind. Europaweit wäre russisch die mit den meisten Muttersprachlern. Von daher war es ernsthaft zu überlegen ob russisch nicht die Sprache der Wahl sein sollte. Doch leider spielt diese Sprache in der EU, die ein vielversprechendes Gegengewicht zur USA werden könnte, keine Rolle. Dort liegt deutsch an erster Stelle, gefolgt von Französisch. Nach dem Ausscheiden Großbritanniens, wird englisch sogar von Platz 3 weit hinter italienisch, spanisch und sogar polnisch zurückfallen. Also klipp und klar keine Option mehr. Französisch hat den Vorteil dass es auch eine beachtliche Verbreitung außerhalb von Europa hat. Aber auch hier schaute ich eben auf die Zahl der Muttersprachler in der EU, und da ist mit satten 5 Ländern eben deutsch am stärksten.

Babylon oder Diversität?

Auf keinen Fall sollten man hier vergessen, dass wir in der EU eben mehrere Sprachen haben. Elektronische Übersetzung ist hier ein gutes Mittel. Also warum nicht mal eine franzözische Seite besuchen und in deutsch lesen? Das geht, auch wenn der Seitenbetreiber dies gar nicht berücksichtigen muss. Genau dies muss einem aber auch bewusst sein. Denn die "Welt" kann einem auch zuhören wenn man in seiner eigenen Sprache schreibt, egal ob deutsch, franzözisch, polnisch oder irgendeiner anderen Sprache. Die moderne Technik bietet gute Mittel um nun also Diversität tatsächlich zu praktizieren, ohne dass andere vollends ausgegrenzt werden. Wir brauchen keine Weltsprache mehr, auch wenn Mathematiker hier widersprechen würden. Deswegen fiel mir die Wahl einfach, deutsch als Sprache zu nutzen. Aber vielleicht werde ich auch hin und wieder einen Artikel in franzözisch schreiben, J ' adore la langue française.

Photo: Andrijko Z. [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Warum also?

Um sich von dieser Vorherrschaft zu befreien muss man sich auch ideologisch distanzieren. Und das fängt mit der Sprache an, mit der man seinen unmittelbaren Raum, in meinem Falle die EU, stärkt. Man sollte auch nicht vergessen dass man sich damit auch geographisch positioniert. Ein Artikel in Englisch für den Wetterbericht in Hamburg ist einfach fehl am Platz. Warum sollten wir aber, wenn wir eine Distanzierung wollen, nicht aber eine Sprache der EU wollen? Genau. Gegen "America First" gibt es nur eine Antwort: "Denke global, handle lokal".

Also müssen wir die EU stärken. Ideologisch, sprachlich, wirtschaftlich und technisch. USA? Egal. Wir leben in Europa, und das sollte unabhängig und autark bleiben. Die Sprache spielt dabei eine entscheidende Rolle um die europäische Identidät zu bewahren, bzw. aufzubauen.


Und nun bloggen in der EU... Nicht einfach

Durch viele Vorschriften der EU und den einzelnen Staaten ist es nicht einfach legal zu bloggen ohne die DSGVO zu verletzen. Zumindest für sich selbst, so soll man doch, allem Datenschutz zum Trotz, die Hosen in Form eines Impressums herunterlassen. Ich finde eine Impressumspflicht für Privatpersonen kann mit dem Recht an den eigenen Daten nicht auf einen Nenner gebracht werden. Die Angst vor Bloggern und sogenannten Fake-News ist groß. Frei nach dem Motto: Es kann nicht sein was nicht sein darf, sind nun unabhängige Blogger und YouTuber auf einmal die Bösen, auch wenn sie klipp und klar die Wahrheit sagen. Dann wird auch mal gefordert während den Wahlen die Meinungsfreiheit einzuschränken. Tja, schon schlecht wenn einem der Mist den man verzapft hat, dann um die Ohren gehauen wird.

Wie auch immer, um diesem Druck zu entgehen, und um weiterhin seine Meinung frei äußern zu können, gibt es einige Möglichkeiten. Einen chinesischen Dienst zu nutzen ist eine (welch Ironie). Auch anderswo außerhalb des System in dem man selbst lebt, kann man durchaus freier agieren. Hauptsache es besteht keine Zusammenarbeit zwischen den Staaten. Dann fließen auch keine Daten. Wer also meint die Cloud in China sei total unsicher, so ist das in der Praxis für jemand der außerhalb der chinesischen Jurisdiktion wohnt, genau umgekehrt. Wer aber meint seine Daten sind bei Google oder anderen amerikanischen Firmen sicher, der täuscht. Hier bestehen Verträge, und China verlangt nicht die Auslieferung von Kim Dotcom, sondern die USA, obwohl der noch nie mit denen was zu tun hatte. Wow.


Mutige Helfer sind die Helden der Demokratie

Aber es gibt sie noch, die Dienste die sich gegen alle Systeme positionieren und Menschen, wie einst die Untergrund-Druckereien, die anderen ermöglichen trotz allem staatlichen Druck ihre Meinung frei zu äußern und zu verbreiten. Helden wie die Betreiber von telegra.ph!

Und dort werde ich auch meine Sachen veröffentlichen. Es ist auch nicht wirklich ein Blog. Es sind einfach nur Artikel ohne Form oder Register, also entfällt da auch die Impressumspflicht meiner Meinung nach. Hier wird ja nichts regelmäßig betrieben. Wenn ich einzelne Blätter ohne Index durch die Luft werfe habe ich ja auch keine Zeitung erstellt.