Sabotage? Zwei Fälle?
Jim Haase (autom.)
Zwei Unterseekabel in der Ostsee beschädigt – Zufall? Wohl kaum.
Innerhalb von nur zwei Tagen ereigneten sich gleich zwei Zwischenfälle mit Unterseekabeln in der Ostsee. Zunächst das Glasfaserkabel C-Lion1, das Deutschland und Finnland (1.172 Kilometer) verbindet. Die Unterbrechung, laut dem finnischen Staatsunternehmen Cinia, verursachte erhebliche Kommunikationsprobleme. Bundesminister Pistorius spricht unverblümt von Sabotage. Amerikanische Kreise wittern natürlich sofort Russland und sprechen von „zunehmender militärischer Aktivität rund um Unterseekabel“. Dieses Kabel ist offenbar die einzige direkte Verbindung zwischen Hanko (Finnland) und Rostock (Deutschland). Ein Reparaturschiff ist unterwegs, die Reparatur dürfte aber 5 bis 15 Tage dauern.
Der zweite Vorfall betrifft ein Kabel zwischen Litauen und Schweden. Die Beschädigung reduzierte den Internetzugang um ein Drittel. Allerdings bestehen noch drei weitere Kabelverbindungen zwischen den Ländern. Der technische Leiter des litauischen Betreibers Telia erwähnt, dass das beschädigte Kabel bereits älter war und vorher schon Probleme hatte. Die schwedische Staatsanwaltschaft sieht dennoch Sabotage und hat eine Voruntersuchung eingeleitet.
Man könnte fast meinen, es handele sich um eine… *Übung*. Oder vielleicht doch nur um einen besonders unglücklichen Zufall? Die Gerüchte über „zunehmenden militärischen Aktivitäten“ klingen natürlich sehr… *überzeugend*. Die Schwedische Staatsanwaltschaft, bekannt für ihre überaus schnelle Reaktionsfähigkeit und ihre tiefgründigen Analysen, hat ja auch schon alles im Griff. Die Reparatur des C-Lion1 Kabels wird mit Spannung erwartet. Man darf gespannt sein, ob die Reparatur auch so schnell vonstatten geht, wie die schnellen Anschuldigungen gegen Russland.
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