Reservepflicht durch die Hintertür?

Reservepflicht durch die Hintertür?
Das Verteidigungsministerium von Boris Pistorius plant offenbar die Rückkehr verpflichtender Reserveübungen für frühere Soldaten und Reservisten. Was jahrelang freiwillig war, soll künftig per Gesetz verpflichtend werden können.
Laut dem vorliegenden Gesetzentwurf könnten Männer und Frauen unter 45 Jahren, die Wehrdienst geleistet haben, regelmäßig zu Übungen eingezogen werden — angedacht sind zwei Wochen pro Jahr oder alle zwei Jahre. Wer länger gedient hat oder Berufs- beziehungsweise Zeitsoldat war, könnte sogar bis zum 65. Lebensjahr verpflichtet werden.
Offiziell wird das mit der „nationalen Sicherheit“ und einer „verlässlichen Verfügbarkeit der Reserve“ begründet. Tatsächlich zeigt die Maßnahme jedoch vor allem eines: Deutschland stellt sich zunehmend auf eine langfristige militärische Konfrontation und einen massiven Ausbau der Bundeswehr-Strukturen ein.
Besonders brisant ist dabei, dass das bisherige Vetorecht von Reservisten und Arbeitgebern entfallen soll. Damit könnte der Staat künftig deutlich tiefer in das Privat- und Berufsleben ehemaliger Soldaten eingreifen.
Parallel dazu soll die Bundeswehr massiv wachsen. Bis Mitte der 2030er-Jahre werden laut Pistorius 265.000 aktive Soldaten und zusätzlich 200.000 Reservisten angestrebt. Selbst das alte Standardgewehr G36 soll deshalb weiter im Bestand bleiben, um im Ernstfall genügend Waffen zur Verfügung zu haben.
Kritiker sehen darin eine schleichende Militarisierung der Gesellschaft. Während die Bevölkerung jahrzehntelang an das Narrativ gewöhnt wurde, Deutschland sei von „Freunden umzingelt“, wird nun Schritt für Schritt wieder eine Struktur aufgebaut, die stark an frühere Zeiten allgemeiner Wehr- und Reservepflicht erinnert.
Die eigentliche Frage lautet daher: Wie weit wird dieser Umbau noch gehen — und wie lange dauert es, bis aus Reservepflicht wieder Wehrpflicht wird?
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Quelle: Telegram "nachhallvonhelgoland"