Mastodon quick Start Guide
NikurasuHey, du wolltest mal bei Mastodon vorbeischauen, weil dich Twitter einfach nervt oder du einfach neugierig bist, hast aber keine Ahnung wo du anfangen kannst? Hier wäre ein kleiner Guide, der dir hoffentlich bei deinem Start hilft.
1. Was ist Mastodon eigentlich?
Mastodon ist im Gegensatz zu Twitter kein in sich geschlossenes Social Media, sondern nur eine Software, um in einem größerem Netzwerk, das auch Fediverse genannt wird, teilzunehmen. Außerdem gibt es keinen zentralen Server, jeder ist in diesem Netzwerk gleichberechtigt.
Das Fediverse, was kurz für federated Universe steht, besteht aus vielen verschiedenen Social Media Programmen, die aber alle über die gleiche Schnittstelle, die ActivityPub genannt wird, miteinander kommunizieren. Man kann den Aufbau in etwa mit Email vergleichen. Du kannst ähnlich wie bei Email auf einem beliebigen Server einen Account erstellen und trotzdem mit allen Teilnehmern im Netzwerk schreiben. Du kannst ja z.B. auch mit deinem Gmail Account Emails zu Protonmail oder Adressen schreiben, die auf Servern von Nutzern gehostet sind. Analog dazu ist es im Fediverse möglich, dass du mit deinem Account auf mastodon.social Accounts auf chaos.social folgst, ihre Beiträge likest oder boostest, was dem retweeten von Twitter entspricht. Im Fediverse gibt es neben Mastodon auch noch andere Programme, die sich dann im Aufbau eher an anderen sozialen Netzwerken orientieren, wie z.B. Pixelfed, was stark an Instagram erinnert. Wenn du hier mehr wissen willst, lohnt es sich diesen Artikel von Kuketz zu lesen.
2. Einen Account erstellen

Gut, jetzt kannst du vielleicht etwas mit den Begriffen Mastodon und Fediverse anfangen, aber wie und vorallem wo erstellst du jetzt einen Account. Zuerst solltest du dir klar werden, was du willst. Wenn du etwas ähnliches wie Twitter willst, kommen Server wie Mastodon oder Pleroma in Frage. Diese Art von Social Media wird auch als Microblogging bezeichnet. Als Ersatz für Instagram eignet sich jedoch eher Imagesharing Server wie Pixelfed. Für Facebook kommen z.B. Frendica oder Hubzilla in Frage, man bezeichnet solche sozialen Medien gemeinhin aufgrund der meist etwas längeren Beiträge als Macroblogging. Da sich dieser Guide aber an Twitter Nutzer richtet, wird es hier aber um Microblogging Server gehen.
Jetzt stellt sich noch die Frage, welcher Server? Es lohnt sich auf Seiten wie z.B. https://instances.social/ nach einem Server mit einem Thema suchen, das die eigenen Interessen wiederspiegelt. Das bietet die Vorteile, dass du in der lokalen Timeline, die alle Beiträge von Nutzern auf dem gleichen Server anzeigt, eventuell schnell Gleichgesinnte findest, aber auch andererseits können auch andere Server, die für das Thema gefährlich werden können, komplett geblockt sind. Ein Beispiel hierfür währe, dass rechtsextreme Server z.B. von vielen queeren Servern ausgesperrt sind.
Ein anderes Auswahlkriterum ist oft die Domain des Servers. Die Domain ist das was nach dem zweiten "@" im Accountnamen steht, bei meinem Account "@nikurasukun@layer8.space" wäre das "layer8.space". Du kannst hier auch nach einer Domain Ausschau halten, die dir gefällt.
Auf jeden Fall ist es wichtig, den Account auf einem kleineren Server zu erstellen und nicht auf einem großen wie z.B. https://mastodon.social, da mit einer geringeren Anzahl von Nutzern dem Server-Team die Moderation einfacher fällt und es dir bei Problemen meistens auch schneller helfen kann. Da die Moderation auf großen Servern wie mastodon.social zur Zeit schlicht überlastet ist, werden diese von immer mehr Servern aus Selbstschutz blockiert. Des Weitern wird so wirklich der Gedanke eines föderierten Netzwerks, der dem Fediverse innewohnt, stärker ausgelebt, da sich so die Nutzer verteilen und nicht hauptsächlich auf einem Server sind.
3. Fediverse Knigge
Zum Schluss noch ein kleiner Einblick dazu, wie du dich am besten im Fediverse verhältst. Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass viel mehr Bilder im Fediverse eine Bildbeschreibung haben. Das hilft stark dabei, Inhalte für alle Menschen, ob mit eingeschränktem Seh- oder Hörvermögen oder vielleicht auch mit schlechter Internetanbindung, zugänglich zu machen. In der Beschreibung sollte so viel stehen, dass man den Beitrag auch ohne das Bild, Video oder die Audiodatei verstehen könnte. Du musst dabei keinen Roman verfassen und jede Kleinigkeit erwähnen. Stelle dir beim Verfassen einfach die Frage, wie du einer Person den Zusammenhang des Beitrags und der angehängten Datei erklären würdest, wenn diese keinen Zugriff auf die Dateien hätte.
Was auch sehr häufig im Fediverse verwendet wird, sind Warungen, die oft mit CW für Content Warning abgekürzt werden. Ursprünglich waren sie z.B. für Triggerwarnungen gedacht, wenn man den Inhalt nicht jedem zumuten will, da solche Beitrage erst sichtbar werden, wenn man auf einen "Mehr anzeigen"-Knopf drückt. Mittlerweile hat es sich aber etabliert, diese Funktion mehr als eine Art Content Wrapper zu verstehen, also nicht mehr nur für Warnungen, sondern vielmehr als generelle Zusammenfassung in Stichworten, vorallem bei längeren Beiträgen. Das hat den Vorteil, dass man nun schnell sehen kann um was es in dem Beitrag geht und abschätzen, ob man sich die Zeit nehmen will, ihn zu lesen.
Aber woher kommen diese Verhaltensweisen eigentlich? Ich vermute, dass es daher kommt, dass das Fediverse unter anderem stark durch Personen groß wurde, denen genau das in den gänigen Plattformen gefehlt hat. Also wäre es cool, wenn du auch dabei helfen würdest, dieses Netzwerk zugänglicher für alle zu machen.
Ich hoffe, ich konnte dir so etwas bei deinem Einstieg weiterhelfen. Bei Fragen oder Verbesserungsvorschlägen für diesen Text kannst du dich gerne per DM im Fediverse oder per Email an mich wenden. Mein Handle im Fediverse ist "@nikurasukun@layer8.space" und meine Email-Adresse "publicmail@nikurasu.gay". Kurz will ich an dieser Stelle auch noch Ryuno-Ki danken, der diesen Artikel vor der Veröffentlichung für mich korrigiert hat, ihn findet ihr auch im Fediverse: "@RyunoKi@layer8.space".
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