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Das Rukawischnikow-Herrenhaus in Nischni Nowgorod ist das seltene Haus, in dem Luxus nicht wie „hinzugefügt“ aussieht, weil er in die Konstruktion eingewoben ist. Die Stuckarbeiten sind hier kein Hinweis, sondern vollwertige Plastik, das Parkett ist eine gemusterte Karte, die Säle sind wie Kapitel eines Buches, nur dass jedes in seiner eigenen Farbe geschrieben ist.

Der Besitzer war Sergej Michailowitsch Rukawischnikow, ein Vertreter einer sehr wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Das Herrenhaus an der Oberen Wolga-Uferpromenade wurde in seiner heutigen Form zwischen 1875 und 1877 erbaut, das Projekt wird mit dem Moskauer Architekten P. S. Bojzow in Verbindung gebracht. Man erzählt gerne die städtische Legende: Rukawischnikow habe angeordnet, „in allen Stilen“ zu bauen, und eine Million Rubel für das Haus bereitgestellt — nach den Maßstäben des späten 19. Jahrhunderts ist das eine fast theatralische Summe. Aber wenn man sich die Innenräume ansieht, erscheint diese Legende zumindest gefühlsmäßig glaubwürdig.

Es gibt ein wichtiges Detail, das die Geschichte des Hauses noch interessanter macht: Im Inneren des neuen Palastes ist ein früheres Wohnhaus „versteckt“, das zuvoran diesem Ort stand — es wurde nicht einfach abgerissen, sondern in das neue Volumen integriert. Es entstand eine Art „Zeit in der Zeit“: von außen ein italienisches Palast im eklektischen Stil, von innen die Schichten der städtischen Biografie.

An der Gestaltung arbeiteten nicht nur Architekten: Das Museum nennt direkt unter den Beteiligten R. J. Kilewein, P. S. Bojzow und den Künstler F. G. Toropow. Und das ist sichtbar: Hier wurde nicht in Räumen, sondern in Szenen gedacht — sodass man schon von der Treppe aus erkennen kann, dass die Besitzer den Effekt lieben.

Nach der Revolution wurde das Haus nationalisiert; im Laufe der Zeit wurde es zu einem Museum, und in den 2000er Jahren durchlief es eine große Restaurierung — und heute fungiert es als Hauptstandort des Nischni Nowgoroder Museums-Reservats.

Wenn man sich das Herrenhaus ohne die obligatorischen bewundernden Worte ansieht, bleibt eine einfache Sache: Es ist ein Porträt des kaufmännischen Selbstbewusstseins des späten 19. Jahrhunderts, gemalt mit Putz, Holz und Licht. Und es ist bis heute auf den ersten Schritt lesbar.

Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar

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Quelle: Telegram "node_of_time_DE"

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