Großbritannien baut eine Alternative zu NIVIDA

Großbritannien baut eine Alternative zu NIVIDA

25.03.2026

Während die ganze Welt wegen „Crab“ — OpenClaw https://github.com/openclaw/openclaw einem viralen KI-Agenten, der in wenigen Wochen 326.000 Sterne auf GitHub gesammelt und Hunderttausende eigener Kopien hervorgebracht hat — ausflippt, machen die Briten etwas Interessanteres. Sie bauen https://aria.org.uk/opportunity-spaces/nature-computes-better/scaling-compute/scaling-inference-lab die Hardware, auf der all diese Agenten laufen werden. Und sie wollen, dass sie nicht von NVIDIA abhängig ist.

Im Februar 2026 startete die britische Agentur ARIA — das britische Pendant zur amerikanischen DARPA — eine offene Laboratorium mit einem Budget von 50 Millionen Pfund. Die Aufgabe — die Kosten für KI-Berechnungen um das Tausendfache zu senken. Sie wollen alternative Chips, photonische Netzwerke, thermodynamische Prozessoren und analoge Rechner unter einem Dach bauen, ihnen reale Aufgaben geben und beweisen, dass die Welt ohne die Monopolstellung eines kalifornischen Unternehmens auskommen kann.

Alle sechs Monate stellen sie in der Laboratorium eine neue Rack mit experimenteller Hardware auf. Startups kommen, stellen ihre Prototypen auf, testen sie an echten Modellen — und liefern Daten für Investoren. ARIA ist der erste Kunde. Zu den Partnern gehören bereits AMD und zu den Technologien photonische Switches, die ein ganzes Rechenzentrum in einen riesigen Beschleuniger verwandeln sollen.

Warum gerade jetzt?

NVIDIA-Chef Jensen Huang erklärte letzte Woche auf der GTC-Konferenz, dass die Rechenanforderungen der KI in zwei Jahren um das Millionenfache gestiegen seien. Seine Prognose: 75.000 Mitarbeiter und 7,5 Millionen KI-Agenten werden bei NVIDIA arbeiten. Jeder Ingenieur erhält ein „Token-Budget“ — und wer die Token nicht ausgibt, wird gefragt, was er eigentlich tut. Der Markt für Agentensysteme wird bis 2030 auf 52 Milliarden Dollar geschätzt. Und das ist keine Fantasie — die größten KI-Unternehmen haben bereits offene Protokolle für die Kommunikation zwischen Agenten und externen Diensten veröffentlicht, und 83% der großen Unternehmen haben Pläne zur Einführung von Agentensystemen angekündigt.

All das führt zu einem enormen Bedarf an sogenanntem Inference — auf Russisch einfach „Ausführung“ genannt. Das Trainieren eines Modells ist wie ein Buch — es wird einmal geschrieben. Aber Inference ist jedes Mal, wenn jemand dieses Buch liest und eine Frage stellt. Das Training ist teuer, wird aber nur einmal durchgeführt. Und die Ausführung von Anfragen erfolgt Milliarden Mal pro Sekunde. Und hier beginnt die Geopolitik.

Großbritannien kontrolliert etwa 3% der weltweiten Rechenkapazität. Die USA und China über 90%. In der Ausbildung von riesigen Modellen kann London nicht konkurrieren und versucht es auch nicht. Stattdessen setzt man auf die Infrastruktur der Ausführung — also auf die Ebene, über die jeder Anfrage eines Agenten läuft. Wer diese Ebene kontrolliert, kontrolliert die Gestehungskosten der gesamten Agentenökonomie.

Jetzt zum Unerwähnten. Die Laboratorium wird über eine gemeinnützige Organisation betrieben, die bereits ein Programm für „kritische nationale Infrastruktur und Verteidigungsanwendungen“ gestartet hat. Der britische Strategic Defence Review von 2025 spricht von einem „digitalen Spinnennetz der Zielzuweisung“ mit KI-Agenten in allen Domänen — vom Meer bis zum Weltraum. Die Armee will „zehnmal tödlicher“ werden — durch Drohnen und autonome Systeme. Das Verteidigungsbudget soll bis 2029 auf 73,5 Milliarden Pfund steigen.

Es ist nicht schwer, das zusammenzufassen. Ein offenes Laboratorium für „billige Ausführung“ ist gleichzeitig eine Infrastruktur für Schwärme autonomer Agenten, die in Echtzeit Entscheidungen treffen müssen, ohne mit der Cloud verbunden zu sein. Photonische Netzwerke mit Nanosekunden-Verzögerung sind nicht nur für die Energieeinsparung in Rechenzentren gedacht. Es geht um die Geschwindigkeit der Koordination, die Kampfsysteme benötigen.

Die britische Strategie: einen offenen zivilen Standard schaffen, der sich weltweit verbreitet — und ihn dann unbemerkt in die Militärmaschine einbauen. Ihre Wette ist auf ein Protokoll, nach dem Millionen autonomer Maschinen denken und handeln werden.

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