GEFANGEN IN DER DUNKELHEIT

»GEFANGEN IN DER DUNKELHEIT«Fortsetzung
…Niemand von uns ist je ein Versager, wenn er in diese dunklen Krisen gerät. Weil wir alle unsere Erlebnisse, unsere Programme, unsere Blockaden in uns angesammelt haben. Niemand ist frei davon.
Also ist jeder aufgefordert, sich das anzuschauen, seinen Rucksack zu öffnen und Stück für Stück den ungemütlichen, unangenehmen und manchmal ekelhaft stinkenden Inhalt zu entsorgen. Wer früh damit anfängt, der hat es später leichter. Wer lange verdrängt hat, ist später noch mehr herausgefordert.
Ich bin der Überzeugung, dass niemand in der Psychiatrie oder im Krankenhaus landen muss, sofern er sein Inneres nicht vernachlässigt und immer wieder sein „Haus“ putzt.
Die Vorstellung ist so einfach.
Ich bin mein Haus. Und viele Jahre habe ich es nicht geputzt. Ich habe es vermüllt mit lauter angestauten Emotionen, die nicht mehr wissen, wo sie noch Platz finden in meinen Zimmern. Ich habe es vernachlässigt, keine Fenster geputzt, kann nicht mehr klar sehen.
Ich habe es vermodern lassen, Reparaturen vermieden, weil ich weg geguckt habe. Ich habe es vergiftet mit lauter ungesundem Essen, mit Alkohol und dergleichen, um meine Emotionen flach zu halten.
Ich habe es verunreinigt mit lauter Ablenkungen, einfach neue Kissen und Teppiche auf den schmutzigen Boden gelegt, damit der Dreck nicht so sichtbar wird.
Ich habe vergessen, die Türen und Fenster zu schließen und mein Haus verlassen, sodass Fremdes eindringen und sich einnisten konnte, sodass ich mein Gespür für mein Haus verliere und nicht mehr weiß, was bin ich und was nicht zu mir gehört gar nicht hier her gehört.
Doch irgendwann halte ich es nicht mehr aus. Ich will aus der Haut fahren. Ich will raus aus diesem verschmutzten Haus. Da stehe ich dann vor dieser Weggabelung. Links oder rechts? Raus aus der Dunkelheit oder rein in noch mehr Dunkelheit, bis hin zum Todeswunsch?
Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen und ich möchte dir davon etwas mitgeben. Wenn es dich weiter bringt, dann freue ich mich so sehr. Dann schreibe es gerne in den Chat
Ich kenne diese absoluten Tiefs, diese, wo kein Licht mehr erkennbar ist und einfach nur tiefste Depression. Ich kenne diese liebgewonnene Gewohnheit, gerade am Abend, wenn es ruhig wird, das geliebte Glas Rotwein zu trinken, ein paar zusätzliche Häppchen zu naschen, irgendwelche Filme zu gucken….
Ich kenne es, anderen die Schuld für die eigene Unzufriedenheit zu geben….alles, um nicht hinschauen zu müssen, zu verdrängen, um es nicht fühlen zu müssen, was da gefühlt werden will.
Aber ich will hier zum Punkt kommen. In den vielen Jahren, und besonders, seit Richie und ich gemeinsam durch unser Leben wachsen, begann viel innere Arbeit. Wir haben Stück für Stück all den Mist, der an die Oberfläche gespült wurde, angeschaut und entsorgt.
Es begann mit Familienaufstellungen, mit Afformationen, binauralen Beats, mit Videos von Coaches, die gute Lebenstipps bereit hielten, mit gesünderer Lebensweise, mit vielen offenen Gesprächen. Später dann mit einer eigenen Methode, in der wir uns gegenseitig unsere Blockaden sichtbar machten. In Kurzform war das in etwa so:
Beschreiben, was da ist. Wo das, was ich gerade fühle, im Körper sitzt. Den Anteil auffordern, sich sichtbar zu machen. Den Anteil beschreiben in seinem Aussehen, seiner Beschaffenheit. Mit dem Anteil kommunizieren, woher er kommt, wie alt er ist (meist ist er jung, kommt er aus der Kindheit). Dem Anteil die Möglichkeit geben, zurück zu seinem Ursprung oder in mein Herz zu gehen oder mit einer neuen Aufgabe, die ich formuliere, weiter zu machen.
Heute machen wir es anders, wenn wir diese Methode anwenden: Diesen Anteil einfach innerlich anschauen, beobachten, sagen: Ich sehe dich. Immer wieder sagen: Ich sehe dich. Beobachten, wie es sich verändert.
Kommen neue Bilder, diese beschreiben. Verschwindet der Anteil von selbst? Alles beschreiben. Die Stelle im Körper, wo der Anteil, die Blockade war, mit Licht füllen. Es kann dauern. Zeit spielt hier keine Rolle. Es geht um intensive Innenschau und es ist manchmal fast unerträglich, wenn da ohnehin große Erschöpfung, Resignation oder Depression da ist. Aber es lohnt sich. Auch wenn der Widerstand enorm ist.
Ich kann dir aber erzählen, wie du es auch alleine schaffen kannst und wie ich es heute mache. Und ich möchte dir die wesentlichen Schritte, die wir oft nicht aufm Schirm haben, dazu mitgeben:
1. Ich gehe in die Neutralität. Ich nehme alle Bewertung raus über meinen derzeitigen Zustand. Kein negatives Urteilen über diesen Zustand, egal wie mies er sich anfühlt. Das ist unglaublich wichtig, um überhaupt etwas in Bewegung zu bringen.
2. Akzeptieren, dass es jetzt so ist, dass es mir jetzt so geht. Ich lasse allen Widerstand los. Auch wenn ich mich gerne jetzt sofort besser fühlen will und es kaum aushalten kann. Auch wenn ich das absolut nicht gut finden kann. Es hat ja einen Sinn. Es ist. Punkt. Es ist so – so ist es. Ich akzeptiere, was da ist.
Ich mache mir bewusst, dass alles, was ich jetzt bereinigt bekomme, nicht wieder kommt. Es ist für immer weg. Ganz nach dem Motto: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen! Ich bin es mir wert, mich von allem Ballast, der sich zeigt, der mich daran hindert, meine Lebenskraft und Freude zu leben, zu befreien! Ich bin mir das wert!!! Bist du dir das auch wert?
3. Ich fühle, was da ist. Ich gehe intensiv in die Stille, in die Innenschau. Ich bin ganz bei mir. Ich fühle, was durch mich fließt, fühle, welche Art von Emotionen da sind, welche Bilder damit verknüpft sind, fühle, wo in meinem Körper die Blockaden sich befinden.
Was genau kann ich erkennen, fühlen? Ich stell mir einfach vor: Ok, ich habe akzeptiert, dass ich gerade im Fahrstuhl fest stecke. Ich kann eh nix anderes machen, als in die Stille zu gehen, in mich zu gehen und ruhig zu bleiben. Also lasse ich mich darauf ein und lasse alle Angst vor Emotionen und vor Schmerz los. Sie werden mich nicht umbringen, im Gegenteil. Emotionen sind meine Wegweiser und ich bin ein fühlendes Wesen!
4. Beobachten. Sobald ich lokalisiert habe, beschreiben kann, was da alles ist, beobachte ich. Ich beobachte die Stelle in meinem Körper, beobachte die Gedanken, die Bilder, die Emotionen. Durch das Beobachten nehme ich eine andere Position ein. Ich sehe mich selbst da sitzen oder liegen und bin einfach jetzt der Beobachter. Ich forciere nichts, einfach ohne etwas zu wollen oder zu wünschen, beobachten. Bald werde ich feststellen, dass sich die Dinge verändern. Da sind vielleicht innere Anteile, die tatsächlich endlich von mir gesehen werden wollen, damit sie sich auflösen oder in die Heilung gehen können.
5. Evtl. mache ich mir Notizen, falls ich gerne schreibe oder mir mehr Klarheit verschaffen will über das, was ich so wahrnehme, sofern es meinen Prozess nicht stört. Es kann mal eine kurze Pause gut sein, aber in der Regel macht es Sinn, in dem Prozess zu bleiben, bis zu Ende. Und sich evtl. erst danach Notizen zu machen.
6. Wenn ich lange genug beobachtet habe, in der Ruhe mit mir, in der Neutralität und Akzeptanz, werde ich ein kleines Licht (sinnbildlich gesprochen), eine Art Erleichterung bemerken. Da wird etwas in mir verändert sein, etwas in mir hochploppen, vielleicht ein kleiner Aha-Moment, eine Erkenntnis, eine Klarheit, ein Handlungsimpuls, ein inneres Wissen, was jetzt wichtig ist. Aber ich warte nicht darauf, denn das Warten, die Erwartung lasse ich los, denn sie verhindert den Prozess.
7. Wenn das nicht so ist und nichts hoch kommt und meine Emotionen einfach zu stark sind und nur Chaos da ist, empfehle ich Folgendes:
Falls ich ungestört bin, alleine mit mir (oder gemeinsam mit Richie): Stelle ich mir mein zukünftiges ICH vor, wie es irgendwo im Raum steht oder mir gegenüber sitzt. Sehr interessant, die Energie, die da präsent ist. Ich setze oder stelle mich und spreche in die Richtung meines zukünftigen ICHS. Dann spreche ich mich aus, mit allem, was da ist. Ich spreche mich aus, laut, egal, wie emotional. Ich kann schreien (zur Not nehme ich mir ein Kissen, in das ich hinein schreien kann, das ich verprügeln kann,falls ich aggressiv bin..)
Das ist für mich immer noch befremdlich, mich einfach laut auszusprechen und ich komme mir dabei vielleicht blöde vor. Was ich jedoch fest gestellt habe, wenn ich das geschafft habe, in diesen Redeflow zu kommen, bis es irgendwann still wird, weil nichts mehr kommt….es kommen Emotionen hoch und es zeigen sich irgendwann andere Dinge, andere Emotionen.
Also, es zeigt sich irgendwann das, was hinter der ersten Emotion steckte, je tiefer ich komme. Zum Beispiel hinter meiner Wut steckte eine tiefe Traurigkeit. Sie wird hoch gespült, indem ich mich frei spreche und ich kann sie deutlich fühlen.
Ich werde weinen und lasse meinen Emotionen und inneren Bildern freien Lauf, und zwar so lange, bis ich mich erleichtert fühle, bis ich die Weite spüre, die sich dann einstellt. Sie wird irgendwann da sein. Ich fühle mich dann still, friedvoller, ruhig, vielleicht erschöpft, aber ich fühle mich besser, erleichtert.
Ich kann auch meinen Körperimpulsen folgen. Vielleicht will sich mein Körper jetzt über dem Boden wälzen oder komische Bewegungen machen. Ich kann, wie ein Kind, einfach meinen Impulsen folgen. Es ist alles erlaubt, sofern ich niemandem schade! Und das laute Aussprechen bringt mich noch schneller in die Tiefe als innere Gedanken. Es ist ein sehr wirkungsvolles Tool, das ich beim Frey-Spiel entdeckt habe. Kannst du im Internet finden.
Das ist Transformation vom Feinsten! Das ist wichtige innere Arbeit, die so viele jetzt vor sich haben, die es bisher versäumt haben, nach innen zu schauen.
Und ein wichtiger Teil der Transformation, die wir durchmachen, ist es, durch diese „Höllen“ zu gehen, diese innere Leere zu spüren, diese Orientierungslosigkeit….all das auszuhalten. Aber es ist alles gut. Denn es zeigt sich ja, weil es transformiert werden will.
Und solltest du nicht gleich beim ersten Mal das Gefühl haben, es geschafft zu haben. Bitte verzage nicht. Bleibe einfach dran und sei gnädig mit dir. Es ist Schwerstarbeit, die dich viel Energie kosten wird. Das darf nicht unterschätzt werden. Freue dich über jeden kleinen Erfolg, jedes kleine Aha-Erlebnis. Und über jede Minute, die du dir aus Liebe zu dir selbst diese Mühe gemacht hast, bei dir zu bleiben und dein Innerstes anzuschauen.
Manchmal macht es Sinn, sich auch Hilfe von außen zu holen. Die Frage ist dann oft eine Kostenfrage. Aber, was bist du dir wert? Macht es vielleicht Sinn, irgendwo an einer anderen Stelle etwas Geld nicht auszugeben, um es für eine Heilsitzung zu sparen? Unser Empfehlung für dich, falls du dazu bereit bist, findest du HIER.
So schrecklich unbequem das ist, es ist der Weg zu Dir, es ist der Weg der Befreiung und der Glückseligkeit. Es gibt keinen anderen Weg, als uns frei zu machen, von all dem, was uns noch gefangen hält.
Das wollte ich dir mitgeben und ich bin gespannt, ob du dich damit auseinander setzen wirst. Wenn dem so ist, schreibe deine Erfahrung gerne in den Chat.
Ich freue mich, wenn du mit dir selbst weiter kommst und es schaffst, auch die Saboteure aus deinem Kopf auszutricksen bzw. zu umgehen, die dich mit aller List davon abhalten werden. Denn, dein Kopf will, dass alles bleibt, wie es ist.
Erinnere dich: Dein Kopf wird öfter versuchen, dich an dieser inneren Arbeit zu hindern, als dein Kopf denkt.
Herzlichst
deine Olivia
P.S.: Unsere Empfehlung für gute Heilsitzungen findest Du HIER
💪Hol Dir Deine Macht zurück