Fahnen-Frevel: Aus Schwarz-Rot-Gold wird Blau-Gelb
ansage.org


Was ein Land auf seine Identität und nationale Selbstachtung gibt, lässt sich am Respekt ablesen, denen es seinen nationalen Insignien entgegenbringt – insbesondere der eigenen Flagge. Analog zur Verächtlichmachung aller patriotischen Bekenntnisse, zur fortschreitenden Enthoheitlichung und Entehrung des Staates durch seine eigenen Repräsentanten ist in Deutschland die Wertschätzung für Schwarz-Rot-Gold, die Fahne der deutschen Freiheit und Demokratie, auf einem Tiefpunkt angelangt. Entsprechend groß ist die Bereitwilligkeit, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf ihr Hissen zu verzichten – und stattdessen weltanschaulich und tagespolitisch opportune Embleme an ihre Stelle zu setzen. Und das nicht nur im Alltag, sondern sogar vor, an und auf den höchsten Institutionen des Staates.
Nicht nur die Regenbogenfahne wird dort dann anstelle der Nationalflagge gehisst, sondern seit letzten Jahr mit zunehmender Begeisterung und trotziger Entschlossenheit natürlich die ukrainische Flagge. Diese ist in Deutschland vermutlich inzwischen penetranter und öfter zu sehen als in der Ukraine selbst. Dass die Bundesrepublik ihre eigene Flagge zurücknimmt zugunsten der eines nicht einmal benachbarten oder verbündeten Staates, mit dem sie und ihre Bürger vor dem 24. Februar 2022 nicht das Geringste zu tun hatten (im Gegensatz zum nunmehrigen Paria-Staat Russland), ist die wohl sichtbarste Botschaft an die “hier Angekommenen” wie auch die Weltöffentlichkeit, wie wenig die Deutschen und ihre politischen Eliten nicht nur auf Nationalstolz geben, sondern wie sehr sie sich selbst verachten. Diesem Land kann seine Auflösung in einer gesichts- und konturlosen, identitätsbefreiten Staatengemeinschaft gar nicht schnell genug gehen. Dass dabei ironischerweise der ukrainische Nationalstolz und Ultra-Patriotismus nicht nur gutgeheißen, sondern aktiv mitpropagiert wird, gehört zu den vielen Inkonsistenzen und Widersprüchlichkeiten in dieser deformierten Gesellschaft: Blau-gelbe Fahnen zu schwenken, wird gern gesehen.
“Zeichen der Solidarität”
Wer hingegen Schwarz-Rot-Gold hisst, gerät fast schon unter Verdacht, den Reichsbürgern nahezustehen, oder zumindest der AfD. Dies vermutlich umso mehr, als die AfD als einzige Partei überhaupt noch den anhaltenden Fahnen-Frevel problematisiert, der auch auf Landesebene immer mehr um sich greift: So brachte die etwa die AfD-Fraktion der gestrigen Sitzung des Bayerischen Landtags einen Antrag ein, die von der CSU-geführte (!) Staatsregierung Söder aufgefordert wird, an allen von Staatsbehörden ganz oder überwiegend genutzten Gebäuden wieder die bayerische Flagge gemeinsam mit der schwarz-rot-goldenen Bundesflagge der Bundesrepublik Deutschland zu hissen.
Darin wird beanstandet, dass auch an den bayerischen Staatsgebäuden und auch vor der Westpforte des Bayerischen Landtags seit nunmehr über einem Jahr Fahnen der Ukraine als sogenanntes “Zeichen der Solidarität” gesetzt werden – ohne dass der Bayerische Landtag und damit die gewählten Volksvertreter dies jemals beschlossen hätten. Erschwerend komme hinzu, dass “dafür unsere deutsche schwarz-rot-goldene Bundesflagge abgenommen wurde, um der ukrainischen Fahne Platz zu machen… die EU-Fahne hingegen blieb unangetastet am Mast.” Zu Recht weisen die Antragsteller darauf hin, dass das Zeigen einer Flagge keine bloße Banalität, sondern sichtbarster Ausdruck eines Staates über sein Selbstverständnis ist: “Wird die Bundesflagge allerdings entfernt oder verleumdet – erinnert sei hier an die Kanzlerin der sogenannten Flüchtlinge, die bei einer Veranstaltung zur Bundestagswahl 2013 die Bundesflagge achtlos von der Bühne warf –, schwächt dies die Solidaritäts- und Loyalitätsbekundung zum eigenen Staat.”
Source ansage.org