Digitale Kluft

Digitale Kluft

Richard Scheglmann (www.unsere-schule.org)


Digitale Kluft oder auch Digital Divide beschreibt den ungleichen Zugang von Menschen zu Informations- und Kommunikationstechnologien.

Man könnte auch sagen, wie viele Menschen Zugang z.B.: zum Internet haben und wie viele nicht.

Genau diese Frage hat sich die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) 2017 gestellt:

[1] Anteil der Haushalte mit Internetzugang an allen Haushalten in Prozent, Verträge für mobile Breitbandnutzung (aktiv genutzt) je 100 Einwohner, 2015


Folgende Eckpunkte wurden dabei herausgearbeitet:

  • Der Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in allen Regionen verbessert. Dies gilt für den Bereich des Mobilfunks, wie auch für das Internet.
  • 1992 lebten nur 3% der Internetnutzer in ökonomisch sich entwickelnden Staaten (Staaten mit geringem materiellen Wohlstand). 2015 waren es bereits 67%.
  • Zugang zum Internet:
  • + ökonomisch entwickelte Staaten: 81%
  • + ökonomisch sich entwickelnden Staaten: 34%
  • + ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten: 7%
[2] Haushalte mit Internetzugang.

Einen Breitbandanschluss haben ca. 30% der Bevölkerung aus entwickelten Staaten, 7% in sich entwickelnden Staaten und nur 0,5% in den am wenigsten entwickelten Staaten.

  • Mobilfunk - Verträge für mobile Breitbandnutzung:
  • + ökonomisch entwickelte Staaten: 87%
  • + ökonomisch sich entwickelnden Staaten: 39%
  • + ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten: 12%
[2] Verträge für mobile Breitbandnutzung.

Einen Vertrag zur mobilen Breitbandnutzung hatten 2015, 87% der Bevölkerung aus entwickelten Staaten, 39% aus sich entwickelnden Staaten und nur 12% aus am wenigsten entwickelnden Staaten.

Weitere Besonderheiten

"Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang die Position Afrikas, da im Jahr 2014 35 der 48 ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten in Afrika lagen."[1] Darum ist Afrika auch die Region, die bei allen Informations- und Kommunikationstechnologien die geringste Verbreitungsdichte aufweist.

Auch die Preise für den Zugang zum Internet sind sehr unterschiedlich, zum Beispiel kostete ein Internetzugang in einem sich entwickelnden Land doppelt soviel wie in einem sich entwickelten Land.

"Die 2010 von der ITU und der UNESCO gegründete Breitbandkommission für digitale Entwicklung hat daher das politische Ziel formuliert, dass die jährlichen Kosten für die Nutzung eines verkabelten Breitbandanschlusses bei weniger als 5 Prozent des jeweiligen Bruttonationaleinkommens (BNE) pro Kopf liegen sollen."[1]

Ein weiterer Punkt ist die Sprache von Internetseiten, Nutzer die Englisch sprechen sind da im Vorteil, da gut die Hälfte der 10 Millionen am häufigsten besuchten Internetseiten auf Englisch sind.


[3] Digitale Kluft - Informationen aus dem 8. Altersbericht: "Ältere Menschen und Digitalisierung"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey stellte den Bericht vor und sagte, "Die Digitalisierung birgt gerade auch für ältere Menschen ein riesiges Potenzial, das wir noch viel stärker ausschöpfen müssen".[3]

Die digitale Kluft unter den Senioren muss abgebaut werden. Der Zugang zur Digitalisierung hängt von folgenden Faktoren ab:

  •  vom sozialen Status
  • von der Bildung
  • von materiellen Ressourcen
  • vom Wohnort

"Der achte Altersbericht befasst sich mit Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien sowie mit deren Auswirkungen vor allem in den Lebensbereichen Wohnen, Mobilität, soziale Integration, Gesundheit und Pflege." [3]


Folgende Abbildung zeigt zum Beispiel den Anteil der Personen mit Zugang zum Internet nach Altersgruppen und Bildung (2017, in Prozent):

Quelle: Huxhold, O. und Otte, K. (2019): Zugang zum Internet und Nutzung des Internets in der zweiten Lebenshälfte. DZA Aktuell. Berlin: Deutsches Zentrum
für Altersfragen. Datengrundlage: DEAS 2017, gewichtet, (n=5246).

Besonders auffällig ist, wie unterschiedlich der Zugang zum Internet bei Personen ab 67 Jahren ist. Hier fällt der Unterschied zwischen Menschen mit niedriger zu hoher Bildung besonders auf.

Der Bericht gibt am Ende zwölf Empfehlungen, wie zum Beispiel:

  • Älteren Menschen einen deutlich höheren Stellenwert im Bereich der Digitalisierung einräumen
  • Zugang und Nutzung von digitalen Technologien für alle ermöglichen - siehe Abbildung (Zugang zum Internet)
  • Die Möglichkeiten der Digitalisierung für einen Austausch zwischen den Generationen fördern, damit die Digitalisierung nicht die Generationen spaltet


Die Altersberichterstattung geht zurück auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 1994. Er gibt der Bundesregierung auf, in jeder Legislaturperiode einen Bericht zur Lebenssituation von älteren Menschen in Deutschland zu erstellen. 

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