Das Goethe Institut und seine eindeutige Tradition
Liane KilincDie Geschichte des Goethe-Instituts beginnt eigentlich mit dem Deutsche Akademie e.V., der 1925 von Karl Haushofer in München gegründet wurde.
Haushofer, befreundet mit Rudolf Heß und mitbeteiligt an der späteren Entwicklung der Achse Berlin-Tokio, war vor allem Geopolitiker. Mit diesem Hintergrund gründete er den Verein, der vor allem "mit der Förderung der deutschen Minderheiten in Ost-, Mittel- und Südosteuropa und der Erforschung der deutschen Kultur befasst" war, ein Arbeitsfeld, das schon zu Weimarer Zeiten unter anderem der Durchsetzung deutscher Gebietsansprüche diente.
Die Deutsche Akademie wurde 1945 von der US-Besatzungsmacht wegen ihrer NS-Verstrickungen aufgelöst. Das 1952 gegründete Goethe-Institut e.V. übernahm aber von dieser sowohl Vermögen als auch Personal.
Dabei dürfte die geografische Nähe zur Organisation Gehlen durchaus ein Grund dafür gewesen sein, dass erneut München als Sitz dieser Gründung durch die damalige Bundesregierung und die Bayerische Landesregierung gewählt wurde.
Auch der Sitz der ersten Zweigstelle in Deutschland, Bad Reichenhall, unterstreicht den Bezug zu geheimdienstlichen Tätigkeiten ein weiteres Mal.
Das erste Auslandsinstitut wurden 1960 in Griechenland eröffnet. 1964 gab es in Griechenland einen Militärputsch, an dem nicht nur die USA, sondern auch die Bundesrepublik mitgewirkt hatte.
Vor dem Hintergrund der Geschichte und angesichts der belegten Kontinuität wäre es sehr überraschend, wenn das Goethe-Institut die schon die Deutsche Akademie bestimmende Funktion jemals abgelegt hätte.