Das Hebopfer

Das Hebopfer

Salz der Welt
Dann kamen sie, jeder, den sein Herz willig machte. Und jeder, dessen Geist ihn antrieb, brachte das Hebopfer des HERRN zur Arbeit am Zelt der Begegnung und für den ganzen Dienst darin und für die heiligen Kleider. (…) Die Söhne Israel, alle Männer und Frauen, deren Herz sie antrieb, zu dem ganzen Werk beizutragen, das zu tun der HERR durch Mose geboten hatte, brachten dem HERRN eine freiwillige Gabe. - 2. Mose 35, 21-29


Bei dem Hebopfer forderte Mose jeden Israeliten dazu auf, für den Bau am Heiligtum Gottes freiwillig etwas abzugeben. Jeder, dessen „Herz willig ist“, sollte etwas aus seinem Besitz nehmen und darbringen (v. 5). Das konnten unterschiedliche Materialien wie Häute, Gold, Silber oder auch Bretter sein (v. 8-19).


Man erkennt gut, dass Mose nicht von jedem das Gleiche forderte, sondern nur das, was sich bei jedem vorfand. So konnte jeder das geben, was er gerade hatte. Die Fürsten brachten beispielsweise Edelsteine (v.27) und die Frauen spannen die Stoffe (v.26). Es gab kein wichtigeres oder unwichtigeres Opfer, sondern alles war ziemlich gleichwertig und auf die jeweilige Lebenssituation angepasst.

Auch wurde nicht von jedem verlangt, handwerkliche Fähigkeiten zu haben, sondern auch dafür hatte Gott seinen Geist und damit das Talent in bestimmte Personen gelegt, damit die Stiftshütte gebaut werden konnte.

Darauf sagte Mose zu den Söhnen Israel: Seht, der HERR hat Bezalel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, mit Namen berufen und ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Kunstfertigkeit, Verstand und Können und für jedes Kunsthandwerk, und zwar Pläne zu entwerfen, um in Gold, Silber und Bronze zu arbeiten. Auch im Schneiden von Steinen zum Einsetzen und mit der Holzschnitzerei ⟨hat er ihn begabt⟩, damit er in jedem künstlerischen Werk arbeiten kann. - 2. Mose 35, 30-33


Was für ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Gott jeden mitarbeiten lässt. Beim HERRN gibt es kein zu Arm oder zu Reich, kein untalentiert oder zu schwach, um etwas beizutragen. Unser Vater gebrauchte jede Gabe der Israeliten und gab das fehlende Wissen dazu, um am Ende sein Heiligtum zu erbauen und dabei sogar noch etwas übrig zu haben.

Und alle Spenden reichten ihnen aus, um die Arbeit zu tun, sodass ⟨noch etwas⟩ übrig blieb. - 2. Mose 36,7


Sehnen wir uns nicht auch danach für Gott etwas tun zu können und haben manchmal den Eindruck, wir hätten nicht genug, was wir ihm bieten können? Aber wir haben ihm doch schon das wichtigste gegeben: Unser Herz. In 2. Korinther 9,7-8 steht:

Jeder ⟨gebe⟩, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruss oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott. Gott aber vermag euch jede Gnade überreichlich zu geben, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk.


Wie oft versuchen wir krampfhaft, irgendwelche angesehenen Talente oder Dienste auszuüben, die nicht zu uns passen oder die vielleicht sogar gar nicht für uns vorgesehen sind. Doch wie die Israeliten das Hebopfer aus willigem freien Herzen gaben, so sollen wir es auch mit unseren Werken handhaben. Dabei ist nicht die Frage, wie groß oder wie klein das Werk ist, denn auch unsere Talente oder Aufgaben sind zwar unterschiedlich groß oder klein, aber nie unterschiedlich wertvoll. Es ist sogar so, dass gerade die unscheinbaren Taten mehr Ehre vor Gott haben als die offensichtlicheren (1. Korinther 12, 22-24). Viel wichtiger ist die Herzenseinstellung, die wir vor Gott haben. Wenn jemand aus voller Liebe einem kranken Bruder oder einer kranken Schwester einen Kuchen backt, vorbeibringt und für sie betet, ist das genauso wertvoll wie die Predigt eines Pastors, der aus voller Liebe zu seiner Gemeinschaft spricht.


Wenn wir mit der Herzenshaltung vor Gott treten, ihn mit irgendetwas dienen zu wollen, und ihn um eine Aufgabe bitten, dann wird er uns freudig eine geben. Aber wir sollten nie vergessen, auch Gott ab und an zu bitten, uns die Augen zu öffnen, wo er uns schon überall gebraucht. Denn gerade die kleinen unscheinbaren Dienste, die wir als „nicht so groß“ abtun, sind in vielen unserer alltäglichen Situationen schon längst vorhanden und sehr wichtig. Sollten wir da nicht eher unseren Vater darum bitten, dass wir die Wichtigkeit dieser kleinen Taten mit seinen Augen sehen und nicht mit unseren?


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