Das Haus steht in Flammen
Robin Kaiser Newsletter Mai 2026
In einem vergänglichen Körper zu wohnen und seine unsterbliche Wesensnatur nicht zu kennen, ist wie in einem brennenden Haus zu leben. Alles brennt und verursacht Leid, Schmerz und Kummer, und doch versucht man es sich im Inneren des Hauses bequem zu machen, anstatt nach draußen in die freie Weite seines ewigen Wesens zu treten.
Der Buddha verwendet das Bildnis des brennenden Hauses, wobei er die Menschen wie spielende Kinder betrachtet, die in ihrer Selbstversunkenheit nicht mitbekommen, dass ihr Haus in Flammen steht.
Das Haus des physischen Körpers steht in Flammen, denn dieser altert und stirbt, und selbst das große Gebäude dieser gesamten materiellen Existenz brennt lichterloh, weil es der Zeit und der Vergänglichkeit unterworfen ist.
Ein Buddha schaut mit großem Mitgefühl auf die spielenden Kinder, die nicht erkennen können, weshalb sie sich ständig am Leid des Lebens verbrennen, und er sieht auch, dass es im Haus keinen Ort gibt, der nicht brennt. Liebevoll und behutsam nimmt er die von Hitze und Qual geplagten Kinder an die Hand und führt sie nach draußen, wo sie das erste Mal in Kontakt mit ihrem unsterblichen Wesen und einem unerschütterlichen inneren Frieden kommen.
Das, was du bist, kann weder von Feuer verbrannt noch von Wasser ertränkt oder von Erde erstickt werden. Denn du bist das, was aus der Formlosigkeit heraus alle Elemente zusammensetzt, um sich eine irdische Existenz zu formen.
Mögest du und mögen wir an dem heutigen Tag erkennen, dass unser "Haus" in Flammen steht und dass es höchste Zeit ist, ins Freie zu gelangen, um unsere unsterbliche Wesensnatur zu realisieren.
In tiefer Liebe und unendlichem Mitgefühl,
Robin
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