Dagstuhl Erklärung

Dagstuhl Erklärung

Richard Scheglmann (www.unsere-schule.org)

Die Gesellschaft für Informatik hat 2016 eine Erklärung herausgegeben, die Kompetenzen und Eigenschaften herausstellt, die Heranwachsende benötigen, um in einer digital vernetzten Welt zu bestehen.

Diese Erklärung trägt den Namen des Schlosses Dagstuhl, welches das Leibniz-Zentrum für Informatik beherbergt. (...) Seit 1990 organisiert das Schloss Dagstuhl - Leibniz-Zentrum für Informatik (LZI) wöchentlich international ausgerichtete wissenschaftliche Seminare mit Workshop-Charakter auf allen Gebieten der Informatik. (...) Quelle

Gesellschaft für Informatik fordert folgende 5 Punkte:

  1. Bildung muss aus folgenden Perspektiven in den Blick genommen werden: technologischer, gesellschaftlich-kultureller und anwendungsbezogener Perspektive.
  2. Eigener Lernbereich für die Aneignung grundlegender Kompetenzen in einer digital vernetzten Welt.
  3. Aber auch Aufgabe aller Fächer, Fachbezüge zur Digitalen Bildung herzustellen.
  4. Muss kontinuierlich über alle Schulstufen (GS - Hochschule) erfolgen.
  5. Fundierte Lehrerbildung

Digitale Kultur und Bildung

  • Ohne Verständnis der grundlegenden Konzepte der digitalen vernetzten Welt, können Bildungsprozesse heute nicht zukunftsfähig gestaltet werden.
  • Nutzung digitaler Medien als Werkzeug für das Lernen und die Schulinfrastruktur.
  • Heterogenität der Schüler muss berücksichtigt werden, alle sollen einen Zugang zu "Werkzeugen" bekommen.
  • Lernen benötigt informatische und medienpädagogische Grundkonzepte, um digitale Werkzeuge effektiv zu nutzen.

Perspektiven der Digitalen Bildung

Die Digitalisierung hat verschiedene Erscheinungsformen und muss immer unter den drei Perspektiven betrachtet werden -> Schüler sollen selbstbestimmt mit digitalen Systemen umgehen:

technologische Perspektive:

  • hinterfragt und bewertet die Funktionsweise von Systemen
  • Wie funktioniert das?
  • z.B. Algorithmen, sichere Passwörter, ...

gesellschaftlich-kulturelle Perspektive:

  • untersucht die Auswirkung der digitalen vernetzten Welt mit Individuen und der Gesellschaft (z.B. Wie wirken digitale Medien auf Individuen / die Gesellschaft?)
  • Wie wirkt das?
  • Rechtliches, ökonomische Faktoren, ...

anwendungsbezogene Perspektive:

  • zielgerichtete Auswahl von Systemen und deren effektive Nutzung zur Umsetzung von Vorhaben (z.B. Wie und warum Werkzeuge ausgewählt und genutzt werden.)
  • Wie nutze ich das?
  • Einstellungen, ...


Erklärung zum Dagstuhl Dreieck

Aus dem Video von Ira Diethelm


Video von Ira Diethelm

Beispiel:

Digitale Kommunikation und Kooperation ist Voraussetzung der Teilnahme an allen Lebensbereichen (sozial, kulturell, ...) geworden. Um souverän daran teilzunehmen, müssen die drei Perspektiven (technologische, gesellschaftlich-kulturelle, anwendungsbezogene) betrachtet und verstanden werden.

Die Nutzung einer Kommunikations-App setzt alle drei Perspektive voraus:

1) Wie funktioniert die App aus technischer Sicht? Daten wandern vom z.B. Sender-Smartphone über einen Server zu einem anderen Empfänger-Smartphone. Dies funktioniert nur über das Internet, werden die Nachrichten verschlüsselt? ...

2) man sollte sich bewusst werden, dass die App einen Zweck verfolgt (z.B. Geld zu verdienen, Daten zu sammeln, ...) und wie dies geschieht. Welche Daten werden gespeichert und wofür, wer ist der Hersteller der App, was passiert mit meinen Daten?, ...

3) Wie nutze ich die App, wie ist die Benutzeroberfläche, was muss ich drücken um etwas zu erreichen, ... ?