Belarus - Eigentor per Generalstreik

Die Strategie der Opposition zu dem amtierenden Präsidenten ging nicht auf.
Nach dem ergebnislosen Ablaufen eines Ultimatums an den Präsidenten, doch jetzt bitte abzutreten, reagierte die weißrussische Opposition mit einer politischen Waffe mit großem Potential: Einem Generalstreik, der den umstrittenen Minsker Präsidenten in die Knie zwingen sollte. All das geriet jedoch zu einem Schuss, der weitgehend nach hinten losging und den greisen Machthaber kaum aus dem Amt bringen wird.
Das Ultimatum der Oppositionsführerin im westlichen Exil war klar: Bis 25. Oktober müsse die Gewalt auf den Straßen von Belarus gegen Protestierende enden, alle politischen Gefangenen müssten frei gelassen werden und der Präsident müsse seinen Rückzug verkünden. Sonst gebe es harte Konsequenzen. Nichts davon geschah - die Proteste und Verhaftungen gingen weiter, das Vorgehen der weißrussischen Polizei gegen Demonstrierende wurde eher noch härter.
Die Strategie des weißrussischen Endlospräsidenten, der die Führung der gegen ihn gerichteten Bewegung aktiv aus dem Land trieb, teilweise sogar an die Westgrenze fahren ließ, ging hier voll auf. Die Exil-Belorussen laufen Gefahr, zu einer vom Westen abhängigen Salon-Opposition zu degenerieren, die viele Vorträge in Brüssel oder Berlin hält, aber den Einfluss auf Vorgänge im eigenen Land verliert.
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