Bauernverband disst die ARD - Umerziehung der Zuschauer zu Lasten der Bauern - Treffen der Arroganz

Bauernverband disst die ARD - Umerziehung der Zuschauer zu Lasten der Bauern - Treffen der Arroganz

B. Auer-Harms

Es ging wohl um irgendein Tierhaltungsthema die die ARD in einem ihrer Billigkrimis 'verwurstet'.. nein besser; 'geframed' hatte, was dem Bauernverband natürlich sauer aufstieß. Das wollte man so nicht durchgehen lassen und zeigte der ARD was Anstand ist. Ausgerechnet die 'Agrarökonomen' motzen also über "Framing":

Im Grunde interessiert das jetzt "keine Sau" aber der Post des Bauernverbands hat ja viel mehr Potenzial als nur die Rechtfertigung, was mit Kälbern, Milch und.. ja äh.. grusel.. Fleisch geschieht. Das V-Thema ist natürlich sofort auf dem Parkett und der Post nimmt Fahrt auf:

Völlig am Thema vorbei geht jetzt also nicht mehr um den dramatischen ARD-Krimiabend inklusive unterschwelliger Zuschauer-Konditionierung. Das V-Thema übernimmt und in den folgenden Kommentaren geht es erstmal gegen das böse Fleischproduzieren. Die Veganer sind anscheinend schneller (mit Scheuklappen ist die Konzentration ja auch besser) als die Fleischfresser und der Bauernverband steht zunächst allein da:

Das ruft nun endlich die 'Eiweißnazis' in den Ring und es wird sich heftig 'gebeefed' und beleidigt. Ich sitze gespannt am Bildschirm und warte auf "DAS ARGUMENT". Und prompt ist es da. Hundefutter. Egal ob trocken oder nass aus der Dose. Hundefutter ist Fleisch. Alle vegane Hundehalter müssen jetzt aus dem Ring. Denkste..! Jetzt driftet die Sache in zwei Richtungen. Die klassische Bepöbelung und Besserwisserei zwischen den Glaubensfraktionen und einer Splittergruppe der Hunde- und Katzenhalter. Es gibt nämlich vegane Tiernahrung. Nicht nur für Hasen und Goldhamster, nein auch für Hunde und Katzen. Auf die Argumente und Rezepte der Veganhundehalter will ich hier nicht rummachen. Ich habe dann auch zügig nach unten gescrollt weil das so esoterisch wurde, dass irgendwann Baghwan persönlich mit Hare-Krishnas-Mantra "Gaudiya Vaishnava" aus der Dose zu hüpfen drohte.

Zwischendurch ging es auch ins Philosophische und verwirrende Verbindungen zwischen der allgemeinen Beschäftigungsintensität und der persönlichen Einstellung zu Fleisch oder Tufu werden angestellt:

Äh.. ja.., voll logisch. Natürlich ich habe jetzt natürlich nicht alle 2000 Kommentare gelesen, aber dennoch viel mir Eines auf; niemandem ist die Skurrilität der ursprünglichen Auseinandersetzung aufgefallen. Wer kritisiert denn hier wen? Und mit welchem Werkzeug?

Wettstreit der Arroganz

Das mit dem Hundefutter war ein durchschlagendes Argument. Fand ich. Und es wird sicher wieder ein paar Grünlinge und Klimastalinisten auf die "Antihunde"-Linie zurückbringen. Was allerdings so skurril an der konkreten Situation ist, dass hier zwei ganz besondere Fakultäten aufeinander treffen. Man könnte den Post des Bauernverbandes als Einladung zum Gipfeltreffen der Arroganz auffassen. Denn beide Seiten, Bauern und Mainstreamredakteure, halten sich dem "Normalmenschen" gegenüber für unverzichtbare Vertreter Gottes mit dem jeweiligen Anspruch grundsätzlich tun und lassen zu können was sie wollen. Der Agrarökonom will dem "Nomalo" immer einreden, sein Geschäftsmodell sei für ihn eine fast unerträglich Last die er nur trägt damit der "Nomalo" nicht ausgemergelt dem Hungertod entgegenblicken muss.

Die Sache mit dem Grundwasser

Der "Medienfuzzi", ob schreibend oder auf der Mattscheibe, sollte dem Bauern doch dankbar sein. Neben den lebenserhaltenden Nahrungsmitteln erhält er sogar noch Material für seine Artikel und Reportagen, indem er die Problematik des Grundwasserkreislaufs zur Dürreschlagzeile pushen kann. Wenn Bauern, auf eigentlich für die Landwirtschaft ungeeignete Flächen, das Grundwasser erst mit Gülle, Kunstdünger und Monsantoerzeugnissen vergiften um es dann anschließend für die künstliche Beregnung aus dem Boden zu pumpen und zu zweidrittel der Verdunstung zuzuführen (was nebenbei das einzige "Klimagas" produziert - Wasserdampf), hat der Schreiberling, meist politisch ultralinks, seine Freude. Bauer und Redakteur könnten nun eigentlich zusammen ein Bierchen auf den gemeinsamen Erfolg trinken.

Sie sollten nur nicht mit dem schnieken Cabrio zur Schränke fahren, da die bäuerliche Beregnung oftmals keine Rücksicht auf das Bedürfnis von Cabrio- und Motorradfahrer, möglichst trockene und saubere Straßen ohne Regen und Ackermatsch vorzufinden, nimmt. Zumal die Fahrt auch mal wieder länger dauern könnte, da des Bauern Sohnemann - grade 16 geworden und mit Treckerschein ausgestattet - 60 Tonnen Gülle, Kartoffeln, Mais oder sonst was mit einem Doppelzug hinter der monströsen Landmaschine speditiert. Selbstverständlich ohne den nachfolgenden Verkehr an geeigneter Stelle vorbeizuwinken. Wir sind Bauern, wir sind die Größten, wir nehmen keine Rücksicht auf "Normalos". Ich persönlich freue mich ja doch ein bisschen, wenn sich die Polizei doch mal den stolzen Jüngling mit dem dicken Traktor zur Vorlage der benötigten, aber nicht vorhandenen, Lizenzen für den gewerblichen Güterverkehr an die Seite winkt. Dann hat auch der Lokalredakteur wieder was von den Polizeiberichten abzuschreiben. Wie auch immer.., dass die beiden "Sympathieträger" (Ironie) jetzt bei Facebook aufeinander losgehen ist zumindest für den "Normalo" mal amüsant. Der kann das jetzt alles so schön lesen, weil sein Akku geladen ist oder der PC am Strom hängt. Übrigens vielleicht sogar Strom, der auch vom Bauern kommt. Aus der Maisverstromung in der stinkenden grünen Kuppel am Horizont. Übrigens mit der EEG-Umlage finanziert, die der Leser jetzt grade - ja genau jetzt - über Umwege und Zwischenprofiteure an den Bauern bezahlt. Ohne Bauernstrom kein Internet, ohne Internet kein Facebook, ohne Facebook kein Streit von Bauern und Medien. Und wer zahlt das alles? Der "Normalo" der den Scheiß hier gerade ließt..