Über die metaphysische Natur weiblicher Erotik Teil 1 

Über die metaphysische Natur weiblicher Erotik Teil 1 

Shanaz Bukhari | Autor


Die metaphysische Natur weiblicher Erotik ist nicht einfach zu greifen für unseren sogenannten “modern-linearen Geist” ... Zu sehr wirken die kollektiven Verzerrungen, die diese Ebene im menschlichen und speziell im weiblichen Bewusstsein betäubt, ja ausgeschaltet hat. 

Frau ist Sex. Alles in ihrem energetischen, emotionalen, psychologischen Blueprint pulsiert und schreit nach Öffnung, nach Durchdringung, nach Hingabe, nach Vereinigung und … nach Auflösung. Wenn sie diese ursprünglichen Dimension  ihrer Selbst nicht atmen kann, wenn sie diesen Teil in sich nicht leben kann, vergiftet sie an diesem Ur-Verlangen: auch wenn es unbewusst ist, auch wenn dieser Teil nie durch sie oder ihn den Weg ins Licht des Bewusstseins gefunden hat.

Doch Frauen heute sind gefangen in einem oberflächlichen Spiel … einer Sucht nach Anerkennung, nach wenigstens ein bisschen Liebe und der gleichzeitig tiefen Angst vor einem weiteren Verrat. Jeder Funke Aufmerksamkeit durch Selbstaufopferung “hart erarbeitet” – um wenigstens einen winzigen Schuss Energie zu bekommen, den sie sich selbst nicht schenken kann. Weil sie vergessen hat, was sie ist.

Das Tal der Verstrickungen liegt hier. Aber genau dahinter ruft eine tiefere Dimension, ein Raum, in dem weibliche Erotik seine wahre Natur enthüllt: Ein ur-alter Tempel zur alles durchdringenden mystischen Macht des Lebens selbst. 

Frauen haben die instinkthaften Regeln ihrer eigenen mythopoetischen Natur vergessen , dieses höchste aller Spiele zu spielen: die Alchemisierung von Karma in pures Gold. Die Heilung der Welt durch ihren Tempel: sich selbst, ihn und alles, was aus dieser heiligen Dyade entsteht, neu gebärt.

Aber dafür braucht es Bedingungen. Hier funktionieren andere Regeln, Asymmetrien, Paradoxe, die unser diskursiv-konditionierter Geist nicht begreifen kann. Und ein Geist, der von schwarz-weiß, von richtig-falsch Denken durchtränkt ist, wird die rohe Dimension weiblicher Erotik nicht schmecken können.


Der Eintritt in diesen Subraum, dem Raum vor dem Raum, der sich nur durch das Weibliche öffnet, verlangt das Spiel der Extase. 

Und genau hier beginnt schon die Illusion. Denn Extase ist nicht Peak – Extase ist radikale Öffnung, sodass jede Welle im Körper ohne Wertung, ohne Widerstand, ohne Label, ohne Konzept, ohne Präferenz, ohne Abneigung empfängt und sie IST im ewigen Sein. Beyond Time and Space. 

Extase nimmt nichts mehr persönlich. Und in diesem Zustand wird SIE, das weibliche, zu NICHTS, ein NO-thing. Der göttliche Funke der Schöpfung selbst, in der alles ist. Die bodenlose Leere in einem Fest aus unendlichen Funken purer Lebendigkeit. Und genau  dadurch wäscht sie das alte Karma aus dem Rad der Zeit. 

Aber ihre Extase muss gehalten sein. Ein tiefes “gehalten-sein” in der Schönheit ihrer Hässlichkeit, in jeder Facette ihres Seins. 

Um zu verstehen, welches Portal hier welchen Schlüssel braucht, braucht es ein tiefes Begreifen des weiblichen Ur-Instinkt in seiner metaphysischen Form. 

Ein Instinkt, der tief hineinreicht in die Gesetzmäßigkeiten des Lebens, in die Logik des göttlichen Bewusstseins der Matrix selbst: den Weg nach innen unten. Den Weg hinein in die rohste Form der Sensation, noch bevor das Wort daraus die Welt erschafft. 

Wir müssen an den Anfang der Evolution selbst zurück. Und an das, was die Evolution, den Wandel, die ewige Transformation in eine neue Schöpfung antreibt. Die alles durchdringende Kraft des Hungers zu leben. HUNGER. Ein Konzept, zu eng im menschlichen Geist, gekoppelt an “verhungern”, an Mangel, an Leid. 

Aber Hunger ist Libido in seiner natürlichsten Form (CG Jung hatte das gesagt). Die im strengsten Sinne reine und pure Energie zu verschlingen oder verschlungen zu werden – ein Kreislauf, der sich bedingt, indem Tod und das Leben in Extase tanzen. Der biologische Puls, der die Erfahrung einer materiellen Existenz möglich macht. Im ewigen entstehen und vergehen…

Und diese Biologie im ursprünglichsten Sinne folgt mytho-poetischen Gesetzmäßigkeiten: Eine surreale Welt der Evolution des Bewusstseins – die alle Kosmologien, alle Initationen im ewigen Loop wieder gebärt.. 

Sie erzählt uns vom ewigen Wollen, tiefer zu gehen, um höher zu kommen: Zu Gott. Zur Wahrheit. Zur Antwort auf die Frage, auf die es keine Antwort gibt. 

Und sie, die große Göttin, ist dieser Hunger, ist diese Sehnsucht nach mehr, nach tiefer, um höher zu kommen. Eine Sehnsucht nach maximaler Ausdehnung für jede Erfahrung des menschlichen Bewusstseins. 

Und dieser Hunger des Weiblichen nach mehr und mehr … verlangt nach einer kontrastierenden Stärke, der sie sich hingeben kann. Eine Präsenz stabiler als jeder Fels in der Brandung.  Durch den sie sich verschlingen lässt, von ihrem eigenen Hunger nach verschlungen werden wollen. Eine Kraft, die sie in die tiefste Form der Hingabe an sich selbst bringt, um zu sterben, damit das Leben geboren wird. Und ER bringt ihr diesen süßen Tod, den sie will.  Um sich selbst, um ihn und das dritte neu zu gebären.

Das ist des Pudels Kern. 




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